XXI
Vaterstadt besucht haben wird, unterliegt kaum einemZweifel. Ueber seine weitere Ausbildung konnten wirleider nur noch dieses ermitteln, dass er selbst dengenannten Dechanten Heymerich in einem Briefe, dener nebst einem Chronogramm für die Viktortracht desJahres 1464 an diesen richtete, seinen Herrn undHauptlehrer nennt. Dieser Arnold Heymerich ge-hörte einer von Alters her in Cleve ansässigen, sehrangesehenen Familie an, welche in ihrem Siegel einenSchild mit einem Querbalken und drei Rosen nebeneinander im oberen Felde führte. In dem Verzeichnissder Stiftsdechanten ist er als Curialis scriptor et ab-breviator und als Cubicularius Pii Pontificis aufgeführt,der in Folge apostolischer Provision am 16. September1459* Dechant geworden und am 30. November 1491gestorben sei. Von seinen uns bekannten Schriften:Beschreibung der Viktortrachten —■ Repertorium de-cani — libri VF Sophiologici, welche er 1484 demBischof Philipp von Nivers, und Rosarium explicatum,das er dem Domherrn Adolph in Lüttich, den SöhnenHerzogs Johann I von Cleve, widmete, ist nur dasletzte gedruckt worden. Am Hofe war Heymericheine einflussreiche Person; hatte doch nach Gert, 57 2Graf Adolph es vornehmlich der Heymerich'schenPartei in Cleve zu verdanken, dass die Stadt ihm vorden übrigen Prätendenten die Thore öffnete und hul-digte. Herzog Johann I gebrauchte ihn mehrfach alsGesandten, so 1460 an Papst Pius II und wiederholtan den Kaiser. Heymerich war es auch, der die
* Im Xanten. Rep. I, 1357 findet sich unter der Jahreszahl1459 ein Indulgenzbrief P. Pius II, den Heymerich vonRom mitgebracht hatte.