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Gegenwart und Zukunft, so empfängt wiederum die Nation aus den Meisterwerken derKunst eine mächtige Anregung zu dem, was unser Erdenleben veredelt, und uns empor-hebt zu den idealen und ewigen Zielpunkten unseres Lebens.
In einem Landestheile aber, welchen ich als einen der industriereichsten imgesammten Vaterlande bezeichnen darf, in einem Bezirke, wo unter und über der Erdedie werbende Arbeit Aller Hände in steter Bewegung hält, den Geist und Sinn fesseltan das Ringen nach äusserem Erwerb, in einem solchen Bezirke empfinden wir um sodankbarer den Segen künstlerischen Schaffens, die erwärmende, veredelnde Wirkungder Lichtstrahlen, welche von hier aus hinausgesandt werden in die Werkstättenmaterieller Arbeit, wach zu erhalten in unserem Volke den Sinn für das Edle undewig Schöne.
Mir persönlich aber gereicht os zur besonderen Genugthuung, mit der König-lichen Kunst-Akademie mich noch durch eine engere Beziehung verbunden zu wissenals Vorsitzender des Curatoriums, welches ebenfalls hier erschienen ist, seiner wärmstenTheilnahme Ausdruck zu leihen. Gern hat das Curatorium dazu mitgewirkt als Organdes Herrn Ministers, dessen wohlwollende Absichten für das Gedeihen der Akademiein's Werk zu setzen. Empfangen Sie, Herr Professor, und Sie alle, meine Herren vomakademischen Lehrkörper, die Glückwünsche der beiden von mir vertretenen Collegien.Möge dieser stattliche Bau, welcher ein monumentales Zeugniss ist von der warmenTheilnahme unseres Königs und Kaisers für die deutsche Kunst, eine Stätte der Ehrewerden für die Königliche Kunstakademie, eine fruchtbare Pflanzstätte der Liebe zumVaterlande und eine feste Burg königstreuer Gesinnung. Das walte Gott!"
Herrn Regierungs-Präsidenten von Hagemeister dankte Professor Wislicenus mitfolgenden Worten:
„Dank unserer Königlichen Regierung, unsrem gegenwärtigen Curatorium, fürdie uns aus dem Munde Ihres und unseres Vorgesetzten zu Theil gewordene herzlicheund bedeutungsvolle Begrüssung. Nächst dem hervorragenden Anspruch, welchenunsere hochzuverehrende Regierung auf den Dank der Akademie hat und welchen wiraus wärmstem Herzen darbringen, können wir nicht unterlassen, es auszusprechen,welch grossen Werth wir auch ausser der Fürsorge für unser leibliches Wohl auf diegeistige Betheiligung legen, mit welcher Sie den Schritten unsrer Wirksamkeit zu folgengewohnt sind. Je öfter Sie uns in diesen schönen Räumen, welche wir ebensowohlIhrer Fürsorge, wie der verständnissvollen Gestaltung des Herrn Architekten, verdanken,mit Ihrer Gegenwart beehren werden, um so gewisser dürfen Sie einer solchen auchvon uns gewünschten Wechselwirkung sein/'
' Der Redner wandte sich sodann wieder an die Versammlung, begrüsste die übrigenanwesenden Gäste und fuhr insbesondere folgendermassen fort:
„Ich begrüsse die Hochschule von Bonn, das Polyteehnicum von Aachen, dieSchulanstalten der Stadt, die städtische Behörde, die übrigen Freunde der Künste undzum Schlüsse, wie man die nächsten Angehörigen zuletzt begrüsst, dafür aber mit demPulsschlage des verwandten Blutes, diejenigen unserer geehrtesten Gäste, über derenAnwesenheit wir doppelt erfreut sind, weil wir frühere Lehrer und Mitwirkende anunserer Anstalt in ihnen verehren. Leider haben wir zu bedauern, dass eine Anzahlvon eingeladenen ehemaligen Mitgliedern und Genossen der Akademie uns nur aus derFerne begrüssen konnten: die Herren Lessing und Gude von Karlsruhe, Bossmann,Giese und Hübner von Dresden und Mücke von hier.