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Die Herren und Damen des Gesang-Musik-Vereins, wie die Mitglieder des städtischenOrchesters, fanden ihre Sitze hinter der Versammlung, also auch den Rednern gegenüber,an der westlichen Schmalseite, ja, da der Raum nicht ausreichte, mussten einige vonihnen in dem dort angrenzenden Saale der Kupferstich-Sammlung sitzen.
Unter der bewährten Leitung des Musikdirectors Tausch kamen Beethovensweihevolle Ouvertüre und desselben Meisters köstlicher Festchor aus den Ruinen vonAthen („Schmückt die Altäre etc.") weihevoll und köstlich zur Wirkung. Die unsterb-lichen Klänge erfüllten Aller Seelen mit ernster, festlicher Stimmung.
Zur Begrüssung der Ehrengäste nahm zuerst Professor H. Wislicenus dasWort. Er sprach:
„Hochgebietende Herren! hochzuverehrende Damen und Herren! geehrteste Gäste!
Wir heissen Sie alle auf das herzlichste willkommen und sprechen Ihnen allenunseren Dank dafür aus, dass Sie uns an diesem Tage der Einweihung des Neubausunserer Akademie mit Ihrer Gegenwart beehren.
Wenn der Einzug aus den alten in die neuen Bäume für uns, den akademischenLehrkörper, auch zunächst keine anderen Polgen hat, als die stille Fortsetzung unsererbisherigen Thätigköit, so muthet uns der Eintritt in diese schönen Werkstätten dochan, wie ein Feiertag, der uns mit bedeutungsvollem Worte entgegentritt.
Sie alle, geehrteste Gäste, werden es verstehen, mit welchen Gefühlen dieseWandlung von uns begrüsst worden ist: mit solchen Gefühlen, welche mich in diesemAugenblicke vor allem verpflichten, nächst dem Danke, welcher für allen irdischenSegen einer höheren Macht zu zollen ist, zuerst der Dankgefühle zu gedenken, welcheder akademische Lehrkörper der Allerhöchsten Huld des Kaisers und Seiner Genehmigungzu dem so umfänglichen Wiederaufbau der Akademie schuldig ist. Da unsere ver-ehrten Gäste schon durch ihre Anwesenheit bekunden, dass sie diesen Dank vollkommenmit uns theilen, so fordere ich Sie auf, demselben Ausdruck zu geben, indem Sie sichmit uns vereinigen, dem Grossherzigsten, Allergnädigsten Beschützer alles Guten undSchönen ein lautes Hoch darzubringen. Seine Majestät, unser allverehrter Herr undKaiser Wilhelm, er lebe hoch!"
Begeistert stimmte die Festversammlung natürlich in dieses Hoch ein. Dannfuhr Prof. Wislicenus fort:
„Im Anschlüsse an diesen Dank dürfen wir nicht unterlassen, der unermüdlichenbisherigen Fürsorge des hohen Vorgängers Seiner Excellenz des gegenwärtigen Herrn Cultus-ministers, des vormaligen Herrn Staatsministers Falk mit dem Gefühle für alle Zeit bleiben-der Verpflichtung ehrerbietigst und dankend zu gedenken, und die Vermittlung diesesDankes in die treu bewährte Hand des uns gebüebenen Herrn Decernenten zu legen.Unsere Hoffnungen aber für die neuen Zeiten, in welche wir jetzt eintreten,haben durch die für die Akademie so bedeutungsvolle Anwesenheit unserer gegenwärtigenHerren Minister die beste Grundlage gefunden; und so sehe ich mich mit dem ehrenvollenAuftrage beglückt, Eurer Exeellenzen Schutz und Fürsorge für die Zukunft dieses Hausesund unserer Thätigkeit in gehorsamster Ehrerbietung zu erbitten. Wir fühlen uns auf'shöchste beglückt, die an unserer Akademie herrschenden Auschauungen Ew. Excellenzenselbst während der heutigen Feier ausdrücken zu können und begrüssen es daher als einhohes Geschenk, dass Ew. Excellenzen dieser Feier Ihre Gegenwart zu Theil werden Hessen."