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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
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Hier erhob sich Se. Excellenz der Hex-r Cultusminister von Puttkamer und hieltungefähr folgende Ansprache: 2 )

„Ich bitte um die Erlaubniss, mich an die Spitze derer stellen zu dürfen, welcheder Akademie zu dem Feste ihres Einzuges in dies schöne Haus ihre Glückwünschedarbringen. Nicht als ob ich die Ansicht hegte, dass der Staatsbehörde hierzu einbesonderes • Vorrecht zustände. Meine Meinung ist, dass der Staat, wenn er Mittelfür die Kunst hergiebt, damit nur eine Pflicht gegen sieh selbst und gegen das Cultur-leben der Nation erfüllt. Was er an materiellen Mitteln spendet, empfängt er doppeltan idealen Gütern zurück. Ich habe den Vortritt mir erbeten, weil ich das Glückhabe, im Auftrage unseres Allergnädigsten Kaisers und Königs Seiner guten StadtDüsseldorf Seine Grüsse und der Akademie Seine Glückwünsche zu überbringen.Was innerhalb der zwei Menschenalter ihres Bestehens die Akademie für die Belebungder Kunst und des Geschmackes geleistet und dem gesammten Culturleben an Kunst-schätzen geschenkt hat, weiss unser erhabener Monarch wohl zu würdigen. Wir er-kennen alle mit ehrfurchtsvollem Danke, welch lebhaften Antheil Seine Majestät andem Kunstleben, den Leistungen und den Erfolgen der Akademie genommen, wie leb-haft Sein Bedauern über das Unglück, welches sie betroffen, gewesen ist; wir wissenauch, wie warm und grossherzig Seine Theilnahme an dem Wiedererstehen dieser edlenPflanzstätte der Kunst aus der Asche war und wie aufrichtig Seine Freude am heutigenTage ist."

Der Herr Minister theilte sodann die Ordensverleihungen und Ernennungen mit,welche Se. Majestät der Kaiser aus Anlass des Festes einigen Mitgliedern und Freundender Akademie zugewandt hatte. Professor Wittig erhielt den rothen Adler-Orden dritterClasse. Die Professoren von Gebhardt und Dächer erhielten die vierte Classe desselbenOrdens; ebenso das Mitglied des Curatoriums, Herr Regierungs-Baurath Lieber. ProfessorIttenbach und der Baumeister Riffart wurden mit dem Kronenorden vierter Classe bedacht.Der Schlachtenmaler Hunten erhielt den Professor-Titel. Zugleich publizirte der HerrMinister die Ernennung E. Forbergs zum Lehrer der Kupferstecher-Classe; und schliesslichforderte er die Versammlung auf, sich zum Andenken an den verstorbenen ProfessorDr. W. Lotz von den Sitzen zu erheben. Nachdem dieses geschehen war, nahm ProfessorWislicenus wieder das Wort, um dem Herrn Cultusminister für des Kaisers und seineGlückwünsche zu danken, und wandte sich dann, in seiner Begrüssungsrede fortfahrend,an den Herrn Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Freiherrn von Bardeleben. Dieserantwortete, indem er die Glückwünsche der Rheinprovinz überbrachte, in folgendemSinne und ungefähr auch mit folgenden Worten: 3 )

Seit den 60 Jahren des Bestehens der Akademie haben zunächst die Bewohnerder Rheinprovinz die Bedeutung ihres Wirkens erfahren, deshalb hat sie den grösstenDank dieses Landes und seines Volkes verdient. Es ist jedoch nicht zu viel gesagt,wenn man behauptet, dass der Akademie der Dank des deutschen Volkes gebühre.Dadurch, dass die Akademie seit ihrer Gründung sich bestrebte, die deutsche Kunstaus ihrem Niedergang zu neuem Leben zu erwecken, hat sie dem RuhmeskranzeDeutschlands ein frisches Blatt hinzugefügt. Das darf ihr das ganze Vaterland nie-vergessen. Noch näher aber steht die Provinz zur Akademie. Wie die Pflanze ausdem sie umgebenden Boden Bestandtheile aufnimmt, so hat die Akademie aus demrheinischen Lande und Leben Manches aufgenommen. Welch herrliche Motive hatihr die Rheinlandsehaft und das frische und fröhliche Leben am Rhein geboten. Für