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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
Entstehung
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Das erste Stockwerk, niedriger, als das Erdgeschoss und der zweite Stock, alsofast als Mezzanin aufzufassen, zeigt als einzige Gliederung zwischen seinen grossenrechteckigen Fenstern, vertiefte Blenden, welche bestimmt sind, mit in Terracotter-Plattenausgeführten gelblichen Renaissance-Ornamenten auf rothbraunem Grunde ausgefüllt zuwerden. Im zweiten Stockwerke, welches durch Höhe und Schmuck als das Hauptgeschosscharakterisirt is$, machen die Quadern hellen Ziegelsteinen Platz. Uebrigens zeigt es ähn-liche Blenden, welche hier mit ebenso ausgeführten farbigen Figuren auf hellem Grundegeschmückt werden sollen. Die Mauerstreifen zwischen den geradlinig abgeschlossenenFenstern und Blenden sind hier aber pilasterartig gestaltet, mit Sockel und Gebälk; ja, inder Mitte des vorspringenden und erhöhten Mittelbaues, vor der Aula, schmücken die Fassadehier oben wirkliche korinthische Säulen, zwischen denen abwechselnd mächtige Rundbogen-fenster und schmalere Statuennischen angebracht sind. Statuen werden auch über diesenSäulen stehen als Schmuck des attica-artigen Aufsatzes, welcher hier im Mittelbau, wie inden Flügeln, die übrigen Gebäudetheile überragt. Der obere Abschluss des ganzen Gebäudesdurch eine Balustrade über kräftigem Kranzgesimse und in den drei höchsten Theilen, mitAkroterien auf der Balustrade, ist hübsch und leicht. Seinen Hauptreiz wird es aber erstdurch das farbige Leben erhalten, welches die grossen Flächen der Mauerblenden ausfüllen soll.

Im Erdgeschosse liegen die Wohnung des Castellans, das Atelier des Inspector'sHolthausen, dasjenige Professor Carl Müller's, die Actsäle, vor allen Dingen aber, in langerFlucht, der Antikensaal, das Gips-Museum und die Ateliers und anderen Räume desBildhauers Professor A. Wittig. Das mittlere Stockwerk enthält das Conferenz-Zhnmer,das Secretariat, den Lehrsaal für Anatomie, die Mal- und Meisterclassen J. Boetings,E. v. Gebhardt's, W. Sohn's, die Landschaftsciasse E. Dückers und die Ateliers aller dieserKünstler und ihrer Schüler.

Das obere Geschoss enthält die Ateliers der Meister A. Müller, H. Wislicenus,P. Janssen, H. Crola und ihrer Schüler, sowie die eigentliche Elementarclasse, ferner die Bau-classe, die Kupferstecher-Classe, das Kupferstich-Cabinet, die Gemäldesammlung in der grossenAula, den Hörsaal des Lehrers der Kunstgeschichte und des letzteren Studirzimmerchen.

Der künstlerischen Ausschmückung bieten die vielen Wände und Decken desGebäudes noch einen weiten Spielraum; einen noch viel weiteren Spielraum aber bietendie geräumigen Werkstätten den Meistern zu einer weit über die Akademie-Mauernhinausgreifenden, ja, die Welt umfassenden Thätigkeit. Wie wahr es auch sein mag, dassdie dritte Hauptepoche der Düsseldorfer Kunstakademie schon gleich nach dem Brandebegonnen hat — erst in dem neuen Gebäude wird die neue Aera der Anstalt alle ihreKräfte entfalten können.

Von entscheidender Bedeutung für solche neue Entfaltung ihrer Kräfte wird auch dieneue Organisation des Directoriums sein, dessen Wahl durch eine kurz vor dem Abschlüssedieser Denkschrift eingetroffene ministerielle Verfügung in die Hände des Lehrer-Collegiumsgelegt worden ist.