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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
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Terrain hinzuerworben werden musste. Erst die Weigerung des Eigenthümers diesesGrundstücks, auf die ihm gestellten Bedingungen einzugehen, veranlasste den kühnenEntschluss, ein ganz lang gestrecktes Gebäude auf dem schmalen Streifen Landes zwischendem Hafen und der Stadt zu errichten, und veranlasste den Baumeister Riffart, den Planzu dem jetzigen Gebäude zu machen, das fast nur aus einer einzigen Nordfassade besteht.

Den praktischen Bedürfnissen der Professoren der Anstalt konnte nicht leichtein Plan besser entsprechen; auch wurde ihnen noch während des Baues wiederholtGelegenheit gegeben, ihre Wünsche geltend zu machen; eine von Berlin gesandte ministe-rielle Commission hielt, als der Bau schon weit vorgeschritten war, noch eine Sitzungmit dem Collegium, um die Wünsche jedes Einzelnen zu hören. Die Errichtung dergrossen, zugleich als Gemäldesaal benutzten Aula im zweiten Stocke wurde noch in letzterStunde beschlossen. Der Wunsch E. Dücher's, ein Atelier für's Studium nach lebendenThieren eingerichtet zu sehn, wm*de zwar zu spät geltend gemacht, als dass er den Bauhätte beeinflussen können; aber im Herbste des Jahres 1878 traf die Nachricht ein, dasszu diesem Zwecke, wie zu anderen akademischen Zwecken, ein neben dem Neubaugelegenes besonderes Gebäude nebst Hofraum erworben worden sei.

Der Bau des neuen Gebäudes begann im August des Jahres 1875.

Das Gebäude kehrt dem Sicherheitshafen eine Fassade von 158 m. Länge zu,während seine Tiefe an den vorspringenden Ost- und Westflügeln und an dem nach vornnur wenig herausgerückten, nach hinten aber weiter vertieften Mittelbau 25 m., an denübrigen Theilen sogar nur 12 m. beträgt. Es besteht aus einem hochgelegenen Erd-geschosse und zwei Stockwerken; und seine höchste Höhe, an eben jenem Mittel-Risalitund eben jenen Ost- und Westflügeln beträgt 31 m. Schade ist es, dass wegen dergeringen Tiefe des Raumes kein Haupteingang in der Mitte der Langseite geschaffenwerden konnte, vielmehr die Eingangsfassade an die östliche Schmalseite verlegt werdenmusste. Schade ist es auch, dass dementsprechend das Haupttreppenhaus, welches gleich-wohl im Mittelbau liegt, unten mit keiner Eingangshalle verbunden werden konnte undüberhaupt erst im zweiten Stockwerke, in dem die Aula liegt, sich leicht und luftig ent-faltet und mit Säulen geschmückt erscheint. Der Künstler hat übrigens gethan, was erkonnte, um die ungeheure Fassade trotz des Wunsches, möglichst grosse Fenster zu habenund trotz der Unmöglichkeit, bei einem Gebäude, dessen Räume alle gleichmässiges,ruhig-helles Licht haben müssen, durch scharf vorspringende und zurücktretende Mauer-massen zu wirken, in frei und selbständig aufgefassten Renaissancestil zu gliedern und zubeleben. Ueber dem in mächtiger Bossage ausgeführten Sockel, der an der schmalenöstlichen Eingangsfassade jedoch wegfällt, weil das Terrain hier erhöht ist, folgen dasErdgeschoss und das erste Stockwerk in Quadern, welche massigere Bossagen zeigen, ohnePflaster oder Säulengliederung. Doch läuft durch's Erdgeschoss in der Höhe der Bogen-ansätze der mächtigen Rundbogenfenster ein Gesimse entlang; und das Portal der Ostseiteist mit ionisirenden Säulen geschmückt. Unter dem stärkeren Gesimse, welches dasErdgeschoss vom ersten Stockwerk trennt, läuft ein schmaler Fries entlang, auf welcheman der Ost-, Nord-, und Westseite 62 Künstlernamen aller Zeiten und aller Völker ausgemeisseltsind; doch war beschlossen worden, lebende Künstler streng auszuschliessen. In der Mitte desMittelbaues prangt Rafael's Name-zwischen Michelangelo und Lionardo da Vinci. In der Mitteder Nordseite des Ostflügels steht Dürer zwischen Stephan Lochner und Holbein] an derentgegengesetzten Seite schmückt Phidias Name zwischen Skopas und Praxiteles die Mitte.