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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
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Der für den Anlass dieser Denkschrift bedeutsamste Theil der Geschichte derDüsseldorfer Akademie seit ihrem Brande ist aber die Geschichte ihres Neubaues. Siekann mit wenigen Worten erzählt werden. Zunächst lag der Gedanke am nächsten,die Akademie an ihrem alten Platze wiederaufzubauen und ihrem Professor der Bau-

^ kunst, W. Lotz, den Neubau zu übertragen. In der That erhielt Lotz den Auftrag, die. Pläne anzufertigen. Schon am ersten Juni 1872 legte er sie der Conferenz des Lehrer-collegiums vor, welches sie mit Beifall aufnahm, aber seiner Ueberzeugung Ausdruckverlieh, dass noch nicht genug Räume geschaffen seien, um den Bedürfnissen der Anstaltzu genügen. Am 6. Juli berieth das Collegium jedoch bereits über die seitens einesMitgliedes des Curatoriums gestellte Frage, ob die Errichtung eines ganz neuen Gebäudesan einer geeigneteren Stelle, als bisher, dringend wünschenswerth sei. Da der bisherigePlatz den grossen Uebelstand hatte, dass auf ihm keine nach Norden gekehrte Fassade,wie sie für Malerateliers in hohem Grade wünschenswerth ist, geschaffen werden konnte,so konnte die Antwort nicht zweifelhaft sein. Die Frage wurde fast einstimmig bejaht;nur Andreas Midier enthielt sich aus Anhänglichkeit an das alte Gebäude und den altenPlatz der Abstimmung. Auch wurde schon jetzt der Platz an der Südseite des Sicher-heitshafens als vorzüglich geeignet für den Neubau bezeichnet. Gleichwohl ging manhöheren Ortes einstweilen auf den Plan noch nicht ein. Das Curatorimn theilte demCollegium mit, dass es unmöglich sei, an den Neubau zu denken. Aber das Collegium,einmal für die Idee erwärmt, wiederholte seinen Beschluss am 3. August. Bald daraufgab Lotz, der mit Geschäften zu sehr überhäuft war, als dass er den Bau hätte ausführenkönnen, seine Pläne an den von der Regierung mit der Leitung des Baues beauftragten

y jungen Baumeister aus der Strack'sehen Schule, H. Riffart, ab. Dieser änderte Einigesan den Plänen; und noch am 18. Juni 1873 fand eine Berathung des Collegiums überdiese Pläne zur Wiederherstellung des alten Baues statt, ohne dass die Rede von demNeubau an einer anderen Stelle gewesen wäre. Am 14. Juli 1873 aber kam das Collegiumzu einer ausserordentlichen Sitzung zusammen, kam nochmals auf seinen Wunsch, einneues Gebäude an anderer Stelle errichtet zu sehen, zurück, blieb auch bei seiner An-sicht, das der Platz an der Südseite des Sicherheitshafens der geeignete sei, und wieder-holte seinen Vorschlag mit spezialisirter Angabe der Gründe. Jetzt kamen Mängel desBaugrundes, welche sich an der alten Stelle herausgestellt hatten, den Wünschen desLehrkörpers zur Hülfe; und jetzt regte es sich auch in der ausserakademischen Künstler-schaft zu Gunsten der Akademie. Professor W. Camphausen nahm die Angelegenheit indie Hand. Die Künstlerschaft richtete eine warme Petition an das Ministerium, dass esden Neubau im Sinne der Wünsche der Akademie genehmigen möge; und diesen vereintenBitten konnte das Ministerium nicht widerstehen. Am 1. August kam die froheBotschaft, dass es das Programm zum Neubau genehmigt habe; und am 2. August beschlossdas Collegium, ein Dankesschreiben an W. Camphausen und seine Mitstreiter zu richten.Die Lösung der Platzfrage, welche nicht ohne Mitwirkung der städtischen Behörden er-folgen konnte, zog sich noch eine Zeitlang hin. Auch nachdem man sich endgültig fürden Platz am Sicherheitshafen geeinigt hatte, bestand anfänglich noch nicht der Plan,den Bau ganz lang und schmal an der ganzen Länge des Hafens sich entlang ziehenzu lassen; vielmehr war anfangs ein Neubau von mehr quadratischem Grundrisse für die Aus-führung an einer Stelle bestimmt, an welcher ein Privatgrundstück zu dem städtischen