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Der römische Pfahlgraben von der Wetter bis zum Main : nach eigenen Lokaluntersuchungen dargestellt
Entstehung
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Non fingendum aut excogitanduni,sed inveniendum

§ t

Einleitung.

Der römische Pfahlgraben am Mittelrhein isthauptsächlich durch die örtlichen Untersuchungen des Oberst-lieutenant Schmidt und des Staatsarchivar Dr. Rössel vomRheine bei Hönningen bis zur Wetter bei Lieh seinem Laufenach bestimmt worden, und wir können grösstenteils aus eigenerAnschauung die Richtigkeit des angegebenen Laufes mit Ausnahmeeiniger wenigen Stellen, die bei einer andern Gelegenheit zu erör-tern, sind, bestätigen. Die fernere Fortsetzung von der Wetter bissüdwärts zum Maine ist aber bis jetzt, ungeachtet aller Bemü-hungen der Alterthumsforscher, nicht genügend ermittelt, zumal| sich die Bestrebungen des Landbaumeisters Arnd, den Pfahl -graben über den Vogelsberg und Spessart nach dem Mainezu führen, als verfehlt erwiesen haben. Bei den bisherigen viel-fachen fruchtlosen Versuchen, die Fortsetzung und den weiterenI Verfolg von der Wetter aus im Zusammenhang vollständig auf-zufinden, schien uns eine Zeit lang die Möglichkeit offen, dass injener Strecke die Grenzwehr vielleicht nicht vorhanden, d. h.,ss der Limes bis zu seinem Anschlüsse an den Main überhauptI nicht zur Vollendung gekommen sein möge. Um diese Fragezur Entscheidung zu bringen, haben wir, gesLützt auf unsre lang-jährigen Erfahrungen in der Erforschung von Grenzwehren , den'Gegenstand an Ort und Stelle nunmehr einer eingehenden Prüfungunterzogen, und daraus die Ueberzeugung geschöpft, dass sichder Pfahlgraben ganz unzweifelhaft von der Wet-iter südwärts bis zum Maine fortgesetzt hat. Dienachfolgenden Blätter haben zum Zweck, diese Ueberzeugungdurch genaue Angabe der noch vorhandenen Ueberreste auch An-dern zugänglich zu machen, und wir haben die Beschreibung soeingerichtet, dass nicht bloss der Leser, mit Hülfe der beiliegen-den Kartenskizze, eine- deutliche Vorstellung des Laufes gewinnenkann, sondern auch Derjenige, welcher an Ort und Stelle dieSpuren aufzusuchen und zu prüfen unternimmt, dadurch einenbrauchbaren Wegweiser erhält.