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geraume Strecke gänzlich abgewichen, und man sieht daher nochjetzt beide Grenzwehrlinien gesondert hinter einander liegen. Auchdie Verzweigungen sowie der Zusammenhang des Pfalgrabens mitandern Grenzwehren lässt sich aus den Angaben Rosseis wie-derholt nachweisen, wie z, B. am Feldberge, bei Cröftel und derSaalburg. Die mitunter seltsamen Erklärungen, welche der Verf,von all diesen Erscheinungen, die ihn zuweilen in grosse Verle-genheit setzen, gibt, darf ich nach den bisherigen Darlegungenwohl füglich übergehen.
Einen ferneren augenscheinlichen Beweis für die Entstehungdes Pfalgrabens aus älteren Grenzwehren liefern die kleinen Schan-zen, mit welchen jene alten Grenzwehren besetzt waren, und diesich bis jetzt noch neben den steinernen Thürmen des Pfalgrabenserhalten haben. Eine solche nur aus Erdwerk construirte Schanzefindet sich z. B. in der Nähe von Adolphdeck, wo der Pfalgrabenüber die Aar setzt. Es ist eine Warte, welche den Zweck hatte,das von Lindschied herabkommende und hier mündende Thäichenebenso wie das Aarthal, welche beide von dem Pfalgraben über-schritten werden, zu überwachen. Dagegen rührt die in der ISTähegelegene sog. „alte Schanze", welche Rössel für ein kleines Castellhält, aus den Kriegen der letzten Jahrhunderte her; dieselbe bil-det ein unregelmässiges, an drei Seiten von Wall und Grabenumschlossenes Viereck, zu dessen Abschluss im Westen der Pfal-graben benützt ist. R. lässt, zwar die Verschanzung auch jenseitsdes Pfalgrabens sich ausdehnen, um ein vollständiges Rechteckzu erhalten; allein abgesehn davon, dass eine mitten durch einCastell führende Grenzwehr keinen Sinn gibt, so sind auch aufder Westseite des Pfalgrabens durchaus keine Spuren vorhanden,und zudem ist der Boden so steil, dass schon hierdurch jene An-nahme unstatthaft wird 1 ). Von der Aar bis zur Wetterau führtR. eine Anzahl kleiner Schanzen an dem Pfalgraben an, von de-nen er mit Recht sagt, dass sie nach ihrer rohen Bauart viel älterals der Pfalgraben und seine steinernen Thürme sein müssem Es
1) Ausserdem liegt die Schanze ausserhalb des Pfalgrabens, nach derfeindlichen Seite hin, während alle Schanzen an den Grenzwehren ohne Ausnahmean der Jnnenseite derselben liegen, was allein schon den späteren Ursprungbezeugt.