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Local-Forschungen über das alte Grenzwehrsystem auf der rechten Rheinseite der Provinz Rheinpreußen und in der Provinz Hessen-Nassau
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wehren, denen sie nicht einmal alle anliegen, oder vielmehr denLetzteren noch weit eher angehören, insofern sich die Castellean den Heerstrassen auch da vorfinden, wo gar keine Grenzwehrenvorhanden sind.

In meinem 3. Berichte 1 ) hahe ich bereits mehre Fälle nam-haft gemacht, wo der Pfalgraben zwischen dem Siebengebirge undder Lahn stellenweise die Construction der Gebückgräben besitzt,Ebendasselbe findet sich auch von der Lahn weiter rheinauf-wärts: so zeigt das Profil des Pfalgrabens an einer Stelle zwischenBächeln und Schweighausen drei Wälle mit drei Gräben. Aherauch die übrigen Palissadengräben haben stellenweise die Bauartder Gebückgräben, z. B. der über das Oberlahnsteiner Forsthausziehende Arm zwischen diesem Hause und Frucht, und insbesondredie von Welschneudorf bis Mogendorf gehende Grenzwehr in derNähe von Ebernhahn. Ich weiss sehr wohl, dass dieser sogenannteWildgraben" allgemein dem Ende des vorigen Jahrhunderts zu-geschrieben, und als ein zum Abhalten des Wildes von den an-grenzenden Feldern angelegter Graben gilt. Allein die nähereUntersuchung lässt keinen Zweifel, dass wir hier einen der sehrzahlreichen Fälle vor uns haben, wo die ältere Anlage in einerspätem Zeit zu localen Zwecken verändert und benutzt wordenist. Schon der Umstand, dass der Wildgraben genau in der Ver-längerung des über den weissen Stein kommenden Pfalgrabensliegt, lässt ihn als die nördliche Fortsetzung desselben erkennen;aber mehr noch zeigt dieses die Construction. Der von Bad-Emsin nördlicher Richtung heraufkommende Pfalgraben hat den Auf-wurf an der Westseite, den Graben von Aussen, an der Ostseite;der Wildgraben aber zeigt den Aufwurf an der Ost- und denGraben an der Westseite, und das neuere Aussehen des Letzternlässt erkennen, dass er erst in späterer Zeit ausgeworfen worden;dagegen kann man den ursprünglichen alten Graben in seinerstark abgerundeten, stellenweise fast verwischten Form an derandern, nämlich der Ostseite, wo er auch beim Pfalgraben liegt,noch deutlich wahrnehmen. Es bann also kein Zweifel sein, dass

1) N. B. IV, 27.