Druckschrift 
Local-Forschungen über das alte Grenzwehrsystem auf der rechten Rheinseite der Provinz Rheinpreußen und in der Provinz Hessen-Nassau
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

- 16 -

genommen werden, dass die Umhägungen 4. 0. nur aus eineneinzigen Walle, und zwar ohne Gräben bestanden , und dieserWall ebenfalls mit einer Hecke versehen war. Die Warten koinjmen bei allen vier Arten der Grenzwehren vor.

Was nun die o b e r r h e i n i s c h e n Grenzwehren betrifft, s »treten hier bezüglich der Construction so merkwürdige und bisherzum Tlieil nicht beachtete Verhältnisse auf, dass sie die Aufmerlsamkeit der Alterthumsforscher ganz besonders in Anspruch peli-men müssen. Auch die oberrheinischen Grenzwehren haben zwartheilweise dieselbe Bauart, wie die niederrheinischen, aber es körn-men hier, und zwar in beträchtlicher Ausdehnung, auch Formenvor, die von denen am Niederrhein gänzlich abweichen,grosser Theil dieser Wehren besteht nämlich nur aus einem Gra-ben mit dahinter gelegenem glacisartig aufsteigendem Erdauf.würfe. Da hier von einer Wallhecke keine Rede sein kann, sowürde eine solche, nur aus Wall und Graben bestellende Anlage,ohne weitere Zuthaten von Holz, keinen nennenswerthen Erfolgzum Schutze des umschlossenen Gebietes gewähren können. Manhat daher längst, und wie mir scheint mit Recht, angenommen,dass zwischen dem Graben und dem dahintergelegenen Aufwurfsich ursprünglich eine Pallisadenwand aus Baumstämmen erhob,so dass auch diese Grenzwehren, wie die am Niederrhein, ausdrei gesonderten Theilen bestanden, einer Reihe von Holzpfäh-len, einem davor liegenden Graben und einem dahinter gelegenenErdaufwurf, wobei die Pallisadenreihe dem Gebückwall, deraus dem Boden ausgehobene Graben dem durch zwei Wälle ge-bildeten Graben und der Aufwurf dem Banquetwall der Wehrenam Niederrhein entspricht: die Pfahlwand diente zur Abhaltungdes Fussvolks, der Graben hinderte das Vordringen von Reitereiund das Banquet entsprach demselben Zwecke, wie bei den nie-derrheinischen Grenzwehren. Aus dieser Einrichtung ergibt sich,dass diese. Weh reu eben so wenig, wie die am Nie-der rhein zur Vertheidigung mittels dahinter auf-gestellter Mannschaft bestimmt, und nur als eintodtes Hindern iss errichtet waren, um plötzlichenUeber-fällen durch einen zeitweiligen passiven Widerstand vorzubeugen,weswegen sie auch, gleich den übrigen, mit zahlreichen Warten