32
Und huld'gend beuget sich ihm jedes Knie,Dem Herrn der Erde, der mit starker HandDie Völker lenkt und Recht und Frieden wahrt,Die Schwachen schützt, die Starken niederwirft,Der Kirche Christi Wehr und starker Schild —Mit Stolz grüsst so ihn seiner Franken Heer.So klingt's vo7i Volk zu Volk, von Meer zu Meer.
Und ob sein Haupt auch manche Krone schmückt,Ihm Fürstenglanz und reiche Pracht nicht fehlt,Sein Name mehr als Kaiserkrone gilt —Karl nahm sie doch; der Macht sich froh bewusstFreut ihn der Glanz, worauf die Völker seh'n,Der Name Caesar, Imperator, derAchthundert Jahre lang die Welt durchbebt.Er will, und was er will, verheisst sein Wort,Fortan des neuen Doppelreiches HauptUnd Schirmherr sein: der Kirche Christi Schutz,Auch er gestützt durch sie, dass felsengleichUnd herrlich steh' der Deutschen Römerreich.
Und herrlich stand es, tausend Jahre fest,Der Eiche gleich in Deutschlands heil'gem Forst,Kein Reich der AVeit glich ihm an Ehr' und Macht.Da tobt der Sturm, die Erde bebt, es reisstDas Band des Glaubens, das die Völker eint,Die Sitte flieht, ward Gott doch selbst verbannt!Und sieh, in Trümmer sinkt das Deutsche Reich. —Doch was der Eiche gleich gewurzelt ist