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März 1S36.
t». 1. Da diese Tagleistung vornehmlich zu dem Zwecke angesetzt ist, daß jeder Bote anzeige, was seineHerren und Obern über die jüngst zu Basel aufgesetzte Confcssion beschlossen, so haben alle Gesandten sichdieses Auftrags freundlich entledigt und ihre Befehle eröffnet, woraus man deutlich vernimmt, daß alleObrigkeiten diese Confession sich einhellig wohl gefallen lassen, „mit großer danksagung, daß gott unserhimmlischer vattcr diß heilig werk mit sinen gnaden so richlich by uns allen gefürderel hat, und dick-licher beger, daß er dise fürgenommene einigkeit bp siner heiligen kilchen gncdigklich meren wölke." 2. Hienachhat man die zu diesem Tage eingeladeneu Botschaften von Straßburg und Constanz vorberufen und ihreInstructionen verhört, welche dahin lauten: Ihre Herren und Obern haben zwar die ihnen zugesandte Con-fession, nachdem sie dieselbe mit allem Ernst geprüft, ganz christlich und derjenigen, die sie auf dem Reichstagzu Augsburg dem Kaiser übergeben, in der Substanz „ganz ähnlich und gleich" befunden, lassen sichalso dieses christliche Bekenntnis; gefallen; doch sei es ihnen beschwerlich, dasselbe mit uns zu beschließen, weilsie auf jenem Reichstag mit andern Fürsten, Herren und Städten ein Bekenntniß abgelegt haben, von deinsie ohne Vorwissen dieser Glaubensverwandten nicht wohl zurücktreten könnten, um ein anderes anzunehmen;nicht daß sie an dein unsrigen einen Mangel fänden oder irgend welche Scheu davor hätten, sondern alleinvon der Besorgniß geleitet, daß die Widerwärtigen unsers hl. Glaubens, weil in den beiden Confessionen,obwohl der Substanz unnachtheilig, „andere und andere Wörter" gebraucht seien, daraus sofort („zu stund")Anlaß nähmen, sie zu caluinniren, als ob sie die übergebene Confession geändert hätten. Ferner haben ihreHerren bedacht, daß es nicht immer gut noch zu christlicher Einigkeit dienlich sei, vielerlei Bekenntnisse aus-zubreiten; denn damit gebe man den Widerwärtigen Ursache, zu grübeln und den Verdacht zu schöpfen, daßwir nicht einhellig wären. Deßhalb, und weil ihre (zu Augsburg) übergebene Confession der unsrigen ähnlichund „ein ding" sei, so stellen ihre Herren um der christlichen Eintracht willen das freundliche Begehren,ihre Confession durch unsere Prädicanteu prüfen zu lassen, und wenn sich dieselbe, wie sie hoffen, der gött-lichen Lehre gleichförmig erweise, derselben beizustimmen und sich (unserseits) damit zu begnügen, zudem unserBekenntniß inzwischen zu Hinterhalten und nicht zu verbreiten; das werde ohne Zweifel Gott dem Allmächtigen,der ein Vater der Einigkeit sei, gefalle», uns Allen zu Gutem gereichen und den Feinden unsers hl. Glaubens„erschrockenlich" sein, u. s. w. 3. Da die Eidgenossen von St. Gallen in zwei Artikeln unserer Confession,nämlich die christliche Zucht, Excommunication genannt, und die Verbreiter falscher Lehren betreffend, nochmehr Läuterung wünschen, so hat mau auf de» Vortrag der Botschaften von Straßburg und Constanz sichfreundlich erboten, die von ihnen übergebene Confession in den Abschied zu nehmen, um sie durch die Ge-lehrten und Prediger besichtigen zu lassen und sich auf künftigen Tagen zu beratheu und weiter zu entschließen.4. Ferner ist (nochmals) verabschiedet, daß kein Ort die neue Confession im Druck ausgeben oder irgend etwasohne Vorwissen der andern Orte und Städte ändern solle, sondern daß man sie allerseits in der Stille bisauf weiteres gemeinsames Gefallen zurückhalten wolle. 5. Den Gesandten von Straßburg und Constanz wirdfür ihren Vortrag bestens gedankt, mit der Bitte, „diewpl sy befindend, daß (gott Hab lob) sp und wir inchristenlicher religio;; mit eintrechtiger ler des hl. evangelii glich stimmend und gesinuet sind, ob sich dannhienach zutrage, daß die christenlichen stend in tütscher nation zusammen kommend, daß sy uns by denselbenals husgenossen unsers heiligen gloubens in trüwen anzöigen und bevelchen wöllend." Das haben sich dieGesandten in allen Treuen zu thun erboten. 6. Weil sie von ihrer Confession nicht mehr als eine (Copie)bei Händen gehabt, die aber ihrer Länge wegen jetzt nicht abgeschrieben und den Boten mitgetheilt werdenkann, so ist verabschiedet, es solle Straßburg für jedes der obgenannten Orte und Städte ein Exemplar