664 März 1536.
Anderseits soll Vivis denen von Bern gänzlich als eigen überlassen bleiben und der Zusage wegen von Frei-burg nicht mehr angesprochen werden, wessen sich die von Freiburg „sonst" gutwillig begeben. Die Kriegs-regenten sollen sich auf den Tag vom nächsten Sonntag (26. März) nach Lausanne begeben und die Anbringender Sächcr und Schiedlente anhören und heimberichten. Sobald die Angelegenheit mit Chillon beseitigt,sollen sie den Hauptmann Nägeli ebenfalls dahin berufen und gemeinschaftlich einander bcrathen und beholfcn sein.
Ibickvm, S. sss.
7) (24. März.) Nachdem der Bote von Schaffhausen in Folge des letzten Schreibens (der Schicdbotcn)auch nnt Vollmacht in Bern eingetroffen, den Span betreffend den Grafen von Grcyerz beizulegen, habendie Herren von Bern alle Schiedleute vor den großen Rath, soweit derselbe daheim ist, berufen und auf ihrdringendes und freundliches Ansuchen, den Handel gütlich beseitigen zu lassen, auch die anwesenden Botenvon Freiburg verhört, die dann offen erklärten, daß sie das Recht vorschlagen und auf den nächsten Montageinen Rechtstag ansetzen würden, wenn Bern nicht nachgeben wollte. Ueber diese Vorträge haben sich danndie von Bern berathen und nach dem Essen durch ihre Verordneten die Antwort gebracht, daß sie vorerstfür die viele Mühe und Kosten, welche die Schiedorte ihretwegen tragen, den besten Dank erstatten und diesallezeit bereitwillig vergelten wollen Zc. Wiewohl sie entschlossen gewesen, von ihrer Ansprache, die sie fürziemlich und ehrbar halten, nicht abzustehen, so wollen sie doch zu Ehren der Schiedleute, — damit niemandsagen konnte, sie wären begierig, Blut zu vergießen und Widerwärtigkeiten anzurichten — die Sache vonHänden geben und den Freiburgern willfahren, doch mit den? Beding, daß dies beiden Theilen an den Burg-rechten, die sie mit dem Grafen von Greyerz haben, nicht schädlich sei. — Mit dieser Wendung des Ge-schäftes sind nun sowohl die Freiburger als die Schiedboten gar wohl zufrieden. Für den andern Fall warunter den letztern verabredet, daß sie sofort eine gütliche Unterhandlung versuchen und den Tag zu Lallsannefür einige Zeit verschieben Würden, was beide Parteien sich ebenfalls dankbar hätten gefallen lassen. DieBoten werden nun morgen nach Lausanne vorreiten.
St.A.Zürich: A.Savoyen l, 22 ä (ein Gesandtschaftsbericht derZürcher Boten).
405.
Wern. 1536, 18. und 19. März.
Staatsarchiv Bern : Nathsbuch Nr. WS, S. is, is.
I. (18. März). Auf den Vortrag derer von Wallis, daß sie die Bünde ehrlich halten wollen, wird ihnenvoit Rüthen und Burgern zu Bern entgegnet: 1. man habe kein neues Bündniß verlangt, sondern sei wohlzufrieden, wenn es beim alten bleibe, das man getreulich zu halten entschlossen sei; man sehe sich auch vor,daß die voit Wallis dem nachkommen, was ihre Gesandten den Kriegsräthen derer von Berit zugesagt haben,nämlich daß sie denen voit Bern das gewonnene und etwa noch zu gewinnende Land wollen beschützen helfen.2. Was den angesetzten Tag zu Lausanne betreffe, so hoffe man, die Eid- und Bundesgenossen werden denenvon Bern kein Recht benehmen, und wolle daher diesen Tag besuchen; man könne sich dann noch immer ent-schließen, ivie mau wolle; da die von Bern den Tag zu besuchen zugesagt haben, so können sie hierin nichtzurückgehen; man verdanke denen voit Wallis die Bewachung der Pässe „für" Augstal und bitte, Vorkom-mendes zu berichten. 3. Betreffend die March „wegen des Wassers Dranse", Thomm und zwei Kirchspielebitte man die von Wallis, sie wollen die von Bern in Betracht ihrer großen Kosten, die sie gehabt, ruhiglassen und sich mit deni begnügen, was die Kriegsregenten ihnen zugestellt und wie diese die March bestimmthaben. Sollten die im Thal deßwegen, weil sie getheilt werden, nicht zufrieden sein, so werden die von Bernstark genug sein, die auf ihrer Seite zur Zufriedenheit zu weisen. Chillon sei noch nicht erobert; wenn es