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Februar 1536.
sie verlangen nur bei ihren Freiheiten, Gebräuchen und Gewohnheiten zubleiben; nun verweigere man denenvon Bern dasjenige, was nicht Sache der Genfer sei. Die von Bern fordern nur was dem Herzog unddem Bischof gehörte, welche sie vertrieben haben. Der Rath beschließt hierauf zu antworten: Leib und Gutund Alles, was die Genfer haben, stehe denen von Bern zu weisem Gebrauche zu Diensten; aber man glaubenicht, daß sie gekommen, die Stadt Genf zu unterwerfe», sondern ihr die Freiheit zu bringen. Man bittedaher, daß sie fürder jenem guten Geiste folgen, den Gott ihnen eingegeben, und die von Genf behandeln, wiesie es für sich selbst wünschten.
Am 9. Februar bestimmt der Rath der Zweihundert den Etienne Chapeaurouge, Sindic, und Houdrioldu Mollard als Gesandte mit dem Auftrage, im Lager der Berner zu vernehmen, was man denen von Genfzumuthe. Die Gesandten mögen nach Gutfinden jemand beiziehen. n. A, Genf- RaMreM-r-
Z88.
Lucern. 1536, 15. Februar (Dienstag nach Valentini).
Staatsarchiv Lucern : Allg. Absch. L. 2, k. 509. Staatsarchiv Zürich : Abschiede Bd. 13, k. 17.
Tag der V Orte.
». Dieser Tag wurde eilig angesetzt wegen der Schreiben, welche Freiburg gesandt hat. 1. Nachdemman diese Schriften abermals verlesen, hat man beschlossen zu antworten, es gefalle den Obern gar nicht, demFiirsten einige Plätze einzunehmen, indem er ihr Bundesgenosse sei; nur wenn er selbst darum bitte, mögeFreiburg solches thun, da sonst für die katholischen Orte („uns") bald Nachtheil und Unruhen daraus er-wachsen könnten. 2. Am Schlüsse dieser Verhandlung langt ein Bote von Freiburg mit einem neuen Schreibeilan, von welchem jedem Boten Abschrift gegeben wird, wie auch von einer Copie des Bischofs von Wallis.I». Die Boten der Schiedorte Zürich, Glarus, Basel, Schaffhausen, Appenzell, St. Gallen und Graubünden,welche abgeordnet sind, um den Frieden zwischen Bern und Savopen zu vermitteln, berichten, was ihnenbegegnet. Zuerst haben sie sich an Bern gewandt mit der Bitte, ihnen Gehör zu schenken; Bern habe aberden Bescheid gegeben, die Schiedboten möchten sich zuvor an den Herzog wenden, um zu erfahren, weß Willenser sei w.; darum haben sie sich jetzt auf den Weg zuin Herzog gemacht. Darauf weiß man nichts zu ant-worten. e. Anton de Leva (Leyva), oberster Gubernator und Statthalter zu Mailand, schreibt, er habe denAuftrag von: Kaiser, den V Orten („uns") seine Dienste anzubieten und als getreuer Nachbar zu thun, wasihnen lieb sei, auch Alles zu halten, was die Capitel, die der verstorbene Fürst zu Mailand geschlossen, erfor-dern. Neulich habe dagegen der Vogt zu Lauis iin Herzogthum zwei Personen verhaftet und hinweggeführt,was doch wider die Capitel sei, und der Vogt von Mendris verbiete den Seinen, ihr Korn nach Como zuführen, und strafe die Fehlbaren; das sei nicht nachbarlich und zudein wider die Capitel; er müsse daher bitten,daß solches den Vögten verwiesen und abgestellt werde. Aus dieses wird beschlossen, dem Gubernator zuMailand freundlich zu antworten, man danke ihm für seine treuen Anerbietungen und gebe den Vögten diegehörigen Weisungen, wie er vernehmen werde. Es wird auch sofort an den Vogt zu Mendris geschrieben,er solle das Korn ohne Verbot und Strafe ausführen lassen, wie die Capitel mit dem Fürsten von Mailandes fordem, und dem Vogt zu Lauis befohlen, die Gefangeneil frei zu lassen oder vor dem^Gubernator zu