Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
629
Einzelbild herunterladen
 

Februar 1536.

629

Zürich, Glarus, Schaffhausen und Freiburg, rufen den Boten von Basel zu sich und eröffnenMili ihre In-structionen und eine Missive der V Orte (vom 7. Februar). 2. Nachdem der Gesandte von Frciburg vernommenhatte, daß die V Orte keine Boten schicken wollen, bittet er, ihn zu entlassen, denn er habe keine Vollmacht,theilzunehmen, es sei denn, daß manvollkommenlich" beisammen wäre; er wolle die Sache an seine Obernbringen, diese mögen dann beschließen, ob sie ihn oder einen Andern, oder eine Schrift hersenden wollen.Mit diesem ist der Bote verritten. Seine Obern schreiben des folgenden Tags, sie wollen sich des Handelsweiter nicht beladen, die (übrigen) Gesandten mögen indessen fürfahren. 3. Ebenfalls noch am 9. FebruarNachts trifft ein Gesandter von Solothurn ein, verreitet aber folgenden Tages nach Freiburg, ohne wiederzurückzukehren. 4. Da der Bote von Schafshansen nicht Vollmacht hat, mitzuwirken, wenn nicht wenigstensdie Mehrzahl der Orte betheiligt wäre, so hat man sich seiner gemächtigt und ihn nicht heimkehren lassen,da doch die Boten fast alle Eines Glaubens und den Bernern nicht unangenehm sind; deßhalb wird Zürichersucht, dies nach Schaffhansen zu melden, damitder gute Mann" bei seinen Herrenkeinen Unwillen einlege."

II. (10. Februar.) Vor Rüthen und Burgern zu Bern eröffnen die Gesandten von Zürich, Glarus, Basel,Schaffhausen, Appenzell und den III Bünden, ihre Obern bedauern, daß der Anstand zwischen dem Herzog, Genfund denen von Bern nicht habe beigelegt werden können und nun dieser Krieg daraus entstanden sei; sie haben deß-wegen einen Tag nach Lucern angesetzt und von dort an die von Bern geschrieben, daß sie von dein Kriege abstehenmöchten, was aber nicht erreicht worden sei, sondern es sei der Auszug erfolgt. Auf dieses haben die Eid-genossen diesen letzten Tag angesetzt und die Gesandten hingeschickt, die von Bern zu bitteil, ihr Kriegsvolkzurückzuziehen lind in der Sache vermitteln zu lassen. Wenn auch die V Orte, Freiburg und Solothurn unterAnzeigung der Ursache ihres Ausbleibens nicht erschienen seien, so wollen doch die übrigen ihr Bestes thun,un, die Kriegsgefahr zu beseitigeil. Wenn der Herzog gegenwärtig auch stille sei, so möchte er sich doch inder Folge an andere Fürsten, den Kaiser und König Ferdinand wenden, die den Eidgenossen (uns") sonstanfsctzig seien, wodurch eine Allen übel bekommende Zwietracht der Eidgenossen entstehen möchte. Näthe undBurger antworten, man habe mit dem Herzog Vieles verslicht, aber er lind sein Adel hätten Wenig gehalten;noch wisse man nicht, ob er Krieg oder Frieden vorziehe. Wenn aber die Boten der Eidgenossen sich mitder Sache befassen wollen und sie bei dein Herzog Eingang finden und er zum Frieden geneigt sei, so wollendie von Bern bei den Ihrigen im Feld bewirken, daß sie den Gesandten guten Bescheid geben, und werdensich die von Bern erzeigen, wie Ziemlichkeit und Ehre es erfordern. Vortrag und Antwort werden ins Lagerberichtet und gemeldet, wie man sich gegen die Gesandten verhalten solle.

III. (11. Februar.) Die Gesandten der Eidgenossen bitten den Rath zu Bern, daß er, als mit demsavoyischen Lande bekannt, ihnen rathen möchte, wo sie den Herzog oder dessen Anwälte zunächst treffen können,ob sl) in der post im schryben söllen;" daß ferner verschafft werde, daß das Kriegsvolkzimlich" handleund daß denen im Feld zur Verhandlung mit den Schiedleuten Vollmacht gegeben werde. Der Rath erwiedert,die Anwälte des Herzogs seien diesseits des Gebirges zu Camcrach und jenseits des Berges zu Turin zufinden. Hier zu Bern (hiehinnen") könne man den Krieg nicht stilleil; diedainnen" kennen die Sachlage;je nach dem sich der Handel gütlich oder ungütlich schicke, werdensy" thun und guten Bescheid geben,ouchallen Handel by der post fertigen, daß sy müg und arbeit überhept werdind, söllen ouch sy im lager thun losen."

IV. (12. Februar.) Die Gesandten kommen nach Lallsanne. Da erscheint der Herr von Boisrigaultbei ihnen und »leidet, daß der König vom Herzog um Vermittlung angegangen worden sei und ihn alsdiesfalls Bevollmächtigten abgeordnet habe. Er habe zu Nümilly, wo der Herr von Challand, des Herzogs