Februar 1536. g23
streke. Daß aber solche religio», warer gottsdienst und erberkeit ufgange und wachse, würt der ober gwaltfüruenilich allen vlys dahin wenden, daß das heiter wort gottes der gmeind trülich fürgetragen und niemanddaran verhindert werde; daß die schulen wol angerichtet, die gemein juget und ganze burgcrschaft wol glert,vlissig berichtet und gezüchtiget werde; daß man vlissige sorg trage für die diener der kilchen und armen inder kilchen, daß dieselben nach der billigkeit und zimlichen noturft versechen werdind; dann dahin sollen diekilchcngütcr dienen. Wyter sol der ober gwalt das voll mit billichen, göttlichen satzungen regieren, gricht undrecht halten und handhaben, gmeinen fridcn und wolstand erhalten, gmcincn nutz schützen und schirmen unddie übelthäter nach gclegenhcit ircr Missetat am gut, lib und leben wie billig strafen; nnd so er das thut,dienet er gott sinem Herrn, wie er pflichtig und schuldig ist. Solichem obern gwalt sollend wir alle, obwir wol in Christo fry sind, mit lib, Hab und allein unsrem gut gehorsam, gewertig sin, Und uns mit liebevon herzen und us gloubcn iure underthenig bcwysen, trüw und cid thun und leisten, alldicwyl sine gchcißund gebot wider den nit öffentlich ist, von deswegen wir im cer anthund und gehorsam sind.
27. Von der heiligen ee. Wir haltend, daß der eclich stand allen mentschen, die dazu tauglich undgeschickt und von gott sunst usserthalb der cc küsch ze leben nit beruft sind, von gott ufgesetzt und verordnetsie; daß kein ordcn noch stand so heilig und erbar, dem der celich stand zuwider sy und verboten solle werden.Und wie nun solche ce von der kilchen mit einer herlichen offenbaren vermanung und gebet bcstctet würt, alsosoll auch der ober gwalt acht haben und daran sin, daß die ee billich und ordcnlich bezogen und recht underbarlich gehalten wcrd; ouch nit lichtlichen, on wichtige und rechtmessige Ursachen getrennt und gescheiden werde.Deshalp können wir die klöster und anderer aller vermeinten geistlichen unsubere und unordenlichc küschheitund das selbig ful und unnütz leben (das etliche lüt us unbegründtcnt yfer ufgesetzt und angericht haben)nit loben, sonder verwcrfcnds als ein schützlich und grülich ding von mentschen wider gottes ordnung erdichtetund erfunden. St.A.ZMich: RcligionSsachen. - Stadt-ttchiv Biel: beim Abschied. Di- Ziffern fehlen im Original.
S7S.
Kens. 153K, 5. Februar.
jtantonüarchiv Genf: Rathsrcgistcr.
Bevor die von Bern die Stadt verließen, beriefen sie die Sindics und befragten sie, ob man einver-standen sei, ihren Obern die Hoheitsrcchte des Bischofs und das Vidomat, welches der Herzog besessen habe,zu überlassen-, die Frage wurde verneint, doch bemerkt, man werde den Rath besammeln, sich hierüber be-denken und dann eine Antwort übersenden.
Derselben Verhandlung erwähnt auch der dritte Bericht von Hauptmann u. s. w. von Bern aus dem Feld,ck. ck. 5. Februar, der in vollständiger Abschrift an Zürich, (Basel?), Schaffhausen übermittelt wurde. Weiteresals das Genfer Nathsregister enthaltet dieser Bericht über die betreffende Verhandlung nichts; nur wird alsMotiv des von den Kriegsrcgentcn gestellten Verlangens angeführt, daß der Bischof und Herzog Feinde derervon Bern gewesen seien.
Sl.A. Zürich: Tschud. Documcnlciis-niiwlimg Bd. X, Nr. S7. —K.A. SchafflMis-n: Correspondcnzcn.