Februar 1536.
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4. Vo» mentschen leeren. Was sunst mentschlicher leeren und satzungen sind, sy sycn wie schön,hüpsch, ansichtig und lang gebracht sy seiner wellen, die uns von gott und warcin glauben abführen, haltenwir itel, schedlich und kraftlos, wie es der her, Mathci am xv selbs beziigt, da er spricht: sy eercn michvergebens, so sy leeren die leeren der mentschen.
5. Was der zweck der heiligen gcschrist syc und woruf sy cntlich wyse. Die ganze bib-lische gschrift ficht allein daruf. (daß?) das mentschlich gschlccht verstände, daß im gott günstig sye und wol welli,und daß er dise sine gutwilligkcit durch Christum, sinen son dem ganzen mentschlichcn geschlccht öffentlichdargestellt und bcwysen habe, die aber allein durch den glouben zu uns kome, allein durch den glauben em-pfangen und durch die licbi gegen dem nächsten usgetruckt, erzeigt und bcwysen werde.
6. Von gott. Voll gott halten wir also, daß ein einiger, warer, lebendiger und allmcchtiger gott sye,einig im wesen. dryfaltig in Personen, der alle ding durch sin wort, das ist durch sinen son, us mit ge-schassen habe, und alle ding durch sin sürsichtigleit gerecht, warlich und wy stich regiere, verwalte und erhalte.
7. Vom mentschen. Der mentsch, das vollkomnist bild gottes us erden, under alleil sichtbareil erea-turcn die edelste und fürncmstc, der ist us lyb und secl zusammengesetzt; der lyb ist tödtlich, die secl untödt-lich. Diser mentsch, als er von gott recht und wol geschaffen was, ist er durch sin eigne schuld in sünd ge-falle» und hat das ganz mentschlich gschlccht mit im in solchen vall gezogen und solcher arbeitseligkeit under-würfig ginacht.
«. Von der erb sünd. Dise erbsucht aber und ursprüngliche sünd ist das ganz mentschlich gschlechtdermaß durchgangen und hats dcrmaß verwüstet und vergiftet, daß dein mentschen, der ein kind des zornsund fygend gottes worden was. nicinand dann gott durch Christum helfen oder widerbringen macht, undivas in im guts übcrbliben ist, das wirt durch teglich Mangel und presten für und für gschwecht, daß es zumergcren gratet; dann die kraft der sünd und des prcstens in uns trifft für. daß weder die vernumpft dem,das sy erkennt, nachkommen, noch der hoch verstand das göttlich fünkli pflanzen und fürbringen mag.
9. Von der frygen wilkur, so man ncmpt den frygen willen. Dcshalp wirst) den mentschenein frygen ivilkur also geben, daß wir in uns selbs befindend, daß wir mit wissen und willen guts undbös thund; das bös mögen wir von uns selbs thun, das gut aber mögen wir weder anncminen noch voll-strekcn, wir syen dann durch die gnad Christi erlüchtct, erwckt und getriben; denn gott ist der, der in unsdas wollen und Volbringen würkt nach sinem guten willen; us gott ist unser heil, us uns aber ist mit dannsünd und verderpnus.
1V. Wie gott den mentschen durch sin ewige» ratschlag wyder bracht habe. Wiewol nunder mentsch durch söliche sin schuld und Übertretung ewiger verdampnus zubckcnnt und in den gerechtenzorn gottes gefalle» ist, so hat doch gott, der gncdig vatcr, nie ufgehört, sorg für in zc tragen, welches wirus den ersten Verheißungen und us dem gantzen gsatzt, durch welches die sünd erwekt nit erlöscht wirt, undus dem Herrn Christo, der dazu verordnet und geleistet ist, clar und gnugsam offenbar vermerken und ver-stau mögen.
11. Von dem Herrn Christo und was wir durch in haben. Diser her Christus, ein warersun gottes, warer gott und warer mentsch, hat in der zyt, die gott von ewigkeit har dazu bestimmt, wärementschliche natur mit lyb und seel angenommen; hat zwo underscheidne, unvermengte naturm in einer einigenunzertrenten person, welche annemmung mentschlicher natur darumb geschechen ist, daß er uns, die tod warend,wyder lebendig und miterben gottes machete, deßhalben er auch unser bruder worden ist. Diser her Christus,der sun des waren, lebendigen gottes, hat das fleisch, das durch die Vereinbarung der gottheit heilig ist,unscrm fleisch in allen dingen glych, usgcnommen die sünd, dann es ein rein, unbeflekt opfcr sin solt, us derunbeflekten jungfrauen Maria durch mitwürkung gott des heiligen geists angenommen, für uns in tod geben,zu einer bezalung, begnadigung und abweschung aller sünden. Und damit aber wir ein volkomne Hoffnungund vertruwen unsers unsterblichen tebens haben möchten, hat er sin fleisch, das er vom tod zum lebenwyder ufcrwckt, zu der gerechten sines allmechtigcn vaters gesetzt. Diser her Christus, der den tod, die sündund allen hellischen gwalt überwunden und übersiget hat, ist unser vorgcngcr, fürer und houpt; der ist der