Januar I53K. U1 1
12) 1536, 21. Januar (Freitag nach Sebastiani). Schaffhausen an Zürich. Da Bern geschrieben, daßes einen Auszug gethan, um Genf zu retten, und zu treuem Aufsehen mahne, so bitte man Zürich freundlichum Bericht bei diesem Boten, was es darin handeln wolle; und da Basel einen Tag angesetzt, zu welchemauch Zürich seine Gelehrten schicken werde, jetzt aber ungewiß sei, ob der Tag stattfinde, so bitte man auchdarüber um einen Bescheid. St. A. Zürich. Genf >. 25.
Zu v. Der bezügliche Vortrag befindet sich beim Lucerner Abschied, datirt: Lucern den 18. Januar,und geht dahin: Der Gesandte habe vernommen, daß die Berner sich gewaltig rüsten, um den Herzog vonSavoyen, der Eidgenossen Verbündeten und getreuen Nachbarn, in seinen Landen mit Krieg zu überziehen,und zwar wegen der Reichsstadt Genf. Da er nun vom Kaiser hieher abgeordnet worden, um den Frieden,der jetzt der Christenheit vor Allem Noch thuc, nach besten, Vermögen zu wahren und Zwietracht zu hindern,so crmahne und bitte er die Eidgenossen auf das höchste, daß sie bedenken, in welcher Gefahr das (deutsche)Vaterland und die Christenheit vor Kurzem gestanden, da die Türken siegreich in's Land gefallen, die starkeVormauer Nhodus erobert, ganze Provinzen unterjocht haben zc.; dies Alles sei nur dadurch möglich gewesen,Weil die Christen einander selbst durch Feindschaft und Krieg geschwächt haben; da nun durch die Gnade Gottesseit einigen Jahren Friede herrsche, so solle man sich hüten, das Fencr wieder anzuzünden. (Hier folgt einelängere Äußerung über die Trennung im Glaube», die Kriege, die daraus bereits erfolgt, die Hoffnung aufein baldiges Concil, die Thütigkeit des Kaisers für den kirchlichen Frieden ?c.). Darum bitte er die Eid-genossen zum allerdringcndsten, Bern vom Kriege abzubringen, aus Kraft der Bünde oder durch andere füg-lichcre Mittel, indem es sonst den andern Orte» auch zum Schaden gereichen würde; der Streit wegen Genfkönnte wohl durch Beihülsc anderer christlicher Fürsten, die er berühre, zu einem leidlichen Frieden gebrachtwerden; die Eidgenossen würden sich durch Verhinderung des Krieges ein großes Verdienst um die ganzeChristenheit und ein weithin schallendes Lob erwerben -c.
3SÄ.
Mietlingen. ISA!, vor und nach dem 24. Januar.
Wir geben folgende Aetenauszüge.
1) Vor einer Versammlung von Rächen und Bürgern der Stadt Moudon und deren Umgebungm. Nadthauft z« Moudm. berufen zur Besprechung der gegenwärtig vorfallenden Ere gnissebeuchten d.e Rache P.erre Cergat und. Jean Ph.l.ppo„ über den Erfolg ihrer in. Namen der Stadt Mm.d nvollzogenen Sendung an d.e Heerführer und Rache derer von Bern zu Payerne. In Betracht der Krieg«,er lan.ng derer von Bern an den Herzog von 5-avoyen und dessen Länder, zn denen d.e Stadt MondängeHort, und der den genannten Gesandten Sellens der Führer und Kriegsrege.llen der Berner gegebene.Antwort, daß s.e d.ele Kr.egserk ar.ugz vollstand.g vollziehen ».erden, es sei denn, daß die von Mondän, wiees ""we. Cudrestn, Guuideourt uno sucherne gethan. sich unterwerfen und zwar bis Morgen, in welchem,lalle s.e be. ihren Freiheiten und guten Gewohnheiten beschützt bleibe»; in Betracht der Kürze der diesfallseingeräumten ,lust. der bedeutenden Kriegsmacht derer von Bern, der Unmöglichkeit eines Widerstandes desAiangels ffglicher Unteiitütz..ng, Rath und That Seitens des Herzogs für seine Unterchanen, und daß esendl.ch bester sc., sich zu unterwerfen, als Personen und Eigenthun. schädigen und zerstören zu Ichch.. ,..e de..Pierre Cerjat, Claude de Glanna, Bo.uface Bridel, Jca» Phillipon, Räthc, sodann Anton Bride!, George Corna,P.crre Niguet und Vu.ffre.) Clerc, Bürger von Moudon. abgeordnet, in. Namen der Stadt die Übergabe 'u lei tew.e sie verlangt wurde, »»t der Bedingung, daß man die von Moudon bei ihrer freien Ver-valtuna t 1Uborul urbitro«), Freiheiten und Gewohnheiten verbleiben lasse, wie die Kricgsrcgcntcn dieses den Gewnd'te»verheiße» haben. D.e Gesandten sind ermächtigt, zu geloben, daß Alles getreulich beobachtet werde, m.
Archiv Moudon: RathSregister Vol. L. e.I7. (Coneept einer (kredenz., Abgedruckt bei GrcnuS: voonwont» roi^.e. ..... '
cko Vanü, S. ,95. De.» AmmntiationSstyl folgend giebt das Schriftstück das JahrcSdatu.» Ibss ^