596 December 1535.
de» Genfern Hülfe zu bringen; Savoye und Etienne Dada können hierüber gute Aufschlüsse erthcilen. ^befinde sich wider feinen Willen fern von Genf; wenn er ungehindert gehen könnte, würde er iücht längerverweilen; aber er werde von allen Seiten bewacht, wie eine Ratte von den Katzen; auch die Herren vonBern hätten ihn gewarnt, aus guten Gründen sich nicht auf den Weg zu begeben. Er und Johann Sonrdhaben hier stets auf Bericht der Gesandten in Aosta gewartet; er glaube aber, dieselben hätten sich nach Turinbegeben, denn ihnen sei aufgetragen worden, sich so zu halten, daß der Herzog nicht sagen könne, es liegean denen von Bern, daß nicht ein guter Friede zu Stande komme. Dabei möge man wissen, daß er inseinem Leben bei den Bürgern und der Gemeinde von Bern nie geneigtem Willen für die Stadt Genf gs°funden habe, als gegenwärtig; es sei ein starkes Gemurmel wider die Hochgestellten (»lss Ai-os«), daßdie Angelegenheit derer von Genf von einem Tag auf den andern schieben und jene nutzlos hinhalten (»lni'snnk walkonÄrs«); man erwarte bestimmt, daß die Gesandten vom Herzog schlechten Bescheid bringen werden.Basel und andere evangelische Orte, ebenso die Reichsstädte (»ons-mbls äss villss kranolios«) haben denenzu Bern sehr empfohlen, die Angelegenheit der Genfer im Auge zu behalten und diese nach Kräften zu unter-stützen. Man möge über das lange Zögern nicht ungehalten sein, er glaube, daß man in kurzein Wundersehe und wahrnehme, wie Gott fürsorge. Dabei möge man in Genf auf der Hut sein und in keine Unter-handlung einwilligen, durch welche nicht vorab das Wort Gottes gesichert bleibe, die Gefangenen befreit unddas Schloß Peney geräumt werde; kleine und große Räthe von Bern hätten beschlossen, dieses vor Alleinaus zu fordern? dabei soll aller Schaden vergütet und namentlich auch Abschied und Urtheil von St. Julienund Peterlingen vom Herzog bestätigt werden. Endlich sollten die von Genf 7 oder 800 Thaler sende»,damit jedem (Zuzüger) bis nach Genf ein Teston gegeben werden könne, womit, gemäß dein Versprechen derHauptleute und ihrer Genossen, sie sich befriedigen werden. Bitte um Bericht.
K. A.Gcnf. — Abgedruckt bei Herminjard I. c, S.S?S.
Es handelt sich hier kaum um eine eigentliche Gesandtschaft, wohl eher um eine Mission zum Ziveillder Truppenwerbung. Herminjard S. 378, Note 17, denkt wohl irrig an Wildermuths Freischaar. AmMissionen von nicht rein diplomatischem Character denten unter Anderm auch folgende Stellen:
1) 1535, 12. November. Vor dem Rath zu Genf. Auf wunderbare Weise kommt Claude Savoye zurück.Begleitet von zwölf Männern gelangte er bei der Nacht glücklich durch das auf ihn lauernde Kriegsvolk desHerzogs während einer starkeil Bise über den See von Lausanne nach Genf. «. A.Genf: Rathsregist-r.
2) 1535, 23. November, Bern. Ami Porral an Genf. (Unter Anderm). Gestern sei Baudichon gewarntworden, sich zu hüten, daß er nicht in die Hände der Savoyer (»Islirs«) falle, denn sie seien entschlösse-ihn im Betretungsfalle grausam zu tödten, wie sie an Claude Savoye gethan hätten, wenn sie ihn bekommen hätten.
« K. A. Genf. — Abgedruckt bei Herminjard I.e. S. 370.
3) 1535, 12. December. Obiger an Obiges. Er habe den Rath zu Bern befragt, ob Baudichon »»ddie Andern (»los nuUrss«) mit dem Herold derer von Bern (»lsnr«) sicher nach Genf kommen können.Der Rath habe hierauf nichts antworten wollen; der Schreiber aber habe ihm besonders bemerkt, er möchte
hiezu nicht rathen. Idickow. —Herminjard I .c, S.s?li, Notes.
S«t
Wern. 1535, 12. December.
Staatsarchiv Bern : NathSbuch Nr. 253, S. 219.
1. Savoyische Gesandte tragen vor Rathen und Bürgern zu Bern vor, die Gesandten von Bern hätteuzu Augstal als ersten Punkt ihrer Instruction eineil Artikel den Klauben betreffend vorgebracht. A^dann der Herzog die übrigen Artikel auch zu wissen verlangte, sei dieses verweigert worden. Nun aber s"