Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
584
Einzelbild herunterladen
 

584

November 1535.

»47.

/uceill. 1535, 9. November (Dienstag vor Martini).

Staatsarchiv Llicern : Allg. Absch. X. 2, f. 4?f». Landesarchiv Scliwyz: Abschiede.

Tag der V Orte.

z>. Hans Miller von Beggenried bittet um Rath und Hülfe für seinen Sohn, der mit den Venedigernin Kosten und Verlurst gerathen sei. Die Baten bedünkt besser, wenn der gute alte Manu angewiesen würde,keine weitern Kosten zu haben; kann man ihm aber mit einer freundlichen Schrift an die Venediger oderanderswohin nützlich sein, so mag dieses geschehen; doch soll er nichts Thätliches oder Unfreundliches vor-nehmen. ?». Vogt Hünenberg ist beauftragt worden, in den Freien Ämtern Kundschaften einzuvernehmenund sich auch in anderer Weise über vorgefallene Frevelder Lutery" und Anderes zu erkundigen. Es er-hält nun jeder Bote eine Abschrift dieses Handelst Hünenberg soll diese und ähnliche Angelegenheiten desFernern verfolgen und die Schuldigen vor die zu Tagen versammelten V Orte citiren, wobei jeder Botemit Vollmacht, die MißHändler zu strafen, erscheinen soll. Einen Metzger zu bestrasen, ist dem Vogt über-lassen. «. Dieser Tag wurde angesetzt wegen des Schreibens derer von Wallis betreffend den Herzog vonSavoyen und den Genfer Handel. Die Instructionen lauten verschieden. Schließlich wird erkennt, denenvon Wallis für ihre getreue Anzeige freundlich zu danken und ihnen zu schreiben, man glaube, daß sie desRathes der V Orte, was sie zu thun und zu lassen haben, nicht bedürfen. Wenn sie dem Herzog zu Er-haltung des wahren Glaubens und Beschirmung von Land und Leuten zu etwas verpflichtet seien und andersfreundliche Mittel nicht helfen und sie darüber zu Span und Krieg kommen, werde man ihnen ehrlich halten,was man ihnen schuldig sei, wie sie solches in den Nöthen der V Orte auch gethan haben. Dabei wirddenen von Wallis (inen") auch augezeigt, was der Bote von Savoyen mit den Berneru zu Baden ver-handelt habe undob auch der Herzog mit Kriegsvolk und Gegenwehr versaßet oder nit." «R. Der Botevon Unterwalden bringt an, wie von den anläßlich verflossener Händel zu Illingen, Stammheim (Stamm")und Nußbaumen, auch anderwärts auferlegten Bußgeldern Einiges ehrlich entrichtet worden sei, einige hundertGulden aber noch ausstehen. Es werden die Boten, die für Aufnahme der Klösterrechnungen verordnet sind,beauftragt, nachzufragen, was noch unbezahlt sei, und hierüber zu Tagen Bericht zu erstatten, v. Die Botenvon Unterwalden bitten um ein Fenster von jedem der V Orte für ihren Landsmannn Adam Stalder vonObwaldeu. l. Luceru wird der Auftrag gegeben, in Aller Namen Späher und Kundschafter zu bestellenwegen der solothurnischen Banditen, die sich im Bernergebiet aufhalten sollen, obschon Ben: es immer inAbrede stellt; die Kundschafter sollen die Namen derjenigen aufzeichnen, die darum wissen, damit man, wennes nöthig würde, es den Bernern tapferlich vorhalten könne. Auch Freiburg und Solothurn werden solcheAufträge gegeben; sie sollen dann auf nächstem Tage berichten, was sie gefunden. A'« Aller obiger Artikelwegen ist ein anderer Tag von nächstkttnftigem Montag über acht Tag oder Montag vor St. Katharina(22. November) nach Lucern angesetzt. Dieser soll auch Freiburg und Solothurn angezeigt und letzteres umBericht über die Banditen und die Berner angegangen werden. Ebenso soll mau au die von Wallis schreiben,diesen Tag durch Boten oder Briefe zu besuchen und zu berichten, was ihnen inzwischen begegnet sei. Beidrängenden Vorfällen mag jedes Ort einen eilenden Tag ausschreiben.

Im Schwyzer Abschied fehlt f.