Juli 1535. 525
ebenfalls vernommen haben werde, berichtet. Da der Anstand, um weitere Unannehmlichkeiten zu meiden,nicht verzögert werden könne, so lasse man sich die drei Männer, die der Landvogt von Neuenburg alsThädiger und Vermittler vorgeschlagen habe, nämlich den Herrn von Stäffis, Herrn Hans Guglenberg, desRaths zu Freiburg, und den Stadtschreiber zu Solothnrn (Georg Hertwig) gefallen. Auf Gutheißen desBischofs habe man auch zwei gewählt, nämlich Meister Hans Haab, des Raths zu Zürich, und BernhardMeyer, des Raths zu Basel; den dritten möge der Bischof bezeichnen. St. A.Ver»: Deutsch Missw-nbuch v, S .sve.
S0t.
Sarganserl'and. 1535, 6. Juli (Dienstag nach St. Ulrichs Tag).
Staatsarchiv Zürich: Abschiede Bd. IS, k. 429. Staatsarchiv Luccrn: Acten Sargans und Werdcnberg. LandeSarchiv Schwvz: Abschiede.
Gesandte: Zürich. Ulrich Stoll, alt-Landvogt. Schmyz. Hieronymus Schorns, Pannerherr, alt-Land-vogt zu Sargans. Glarus. Jacob Knobel, alt-Landvogt zu Werdenberg.
Die benannten Boten sind beauftragt, im Nameu aller VII Orte über die Brücke zu Maienfeld Kund-schaft und Augenschein einzunehmen. Zuerst berufen sie einige Landleute, von jeder Gemeinde zwei, vor sichund befrageil sie, ob die Brücke ihnen zu Schaden oder Nutzen gereichen würde; worauf sie, mit Ausnahmevon Ragatz und Wartau, einstimmig und einläßlich erklären, dieselbe könnte der Obrigkeit und ihnen nurnützen. Darauf wird denen von Maienfeld, dein Abt zu Pfäfers und denen von Nagatz die Stunde fest-gesetzt, zu der sie auf der Malstatt sich einfinden solleil. Zuerst eröffnen dann die von Maienfeld ihr An-liegen, wie nämlich Tardi Müller mit Bewilligung der III Bünde eine Brücke erbaut, die eine Zeit lang guteDienste geleistet habe; wie aber der Rhein und die Landquart einmal so gewaltig ausgetreten, daß die Brückeganz im Wasser gestanden, ivoraus viel Unglück und Schadeil erwachsen sei; sie seien endlich zu dein Ent-schluß gekoinmeil, mit Erlaubniß des Abtes zu Pfäfers eine Brücke zu bauen, welche bei Sommers- undWinterszeit gangbar wäre; denn eine solche würde niemand Nachtheil bringen, als etwa den Ragatzern anihren Sustgebühren, und vielleicht noch einigen Wirthen und Wagnern (Fuhrleuten) daselbst; hingegen würdesie sonst jedermann nützlich sein, namentlich in Kriegszeiten oder in Feuersnöthcn, was sie an Beispielenzeigen; wolle man ihnen erlauben, die Brücke zu baue», so werden sie dieselbe aus gutem Lerchen-oder Eichen'holz schlagen und des Tardis Brücke, die sie käuflich erworben, stehen lassen, bis die neue Brücke fertig undals bewährt anerkannt sei. Das Gesuch deren von Maienfeld unterstützt auch der Herr von Pfäfers. da dieneue Brücke seinem Gotteshaus sehr nützlich würde! doch stellt er die Sache den regierenden Orten anheim.Hierauf erwidern die voll Nagatz, des Tardis Brücke sei gut und bequem, nur in Zeiten der Wassergrößenicht zugänglich ; an diesem Fehler seien aber gerade die von Maienfeld Schuld; denn sie haben die dem Tardizuerst ertheilte Bedingung, auch die nöthigen Zugänge zu erhalten, dadurch bei den III Bünden wieder rück-gängig gemacht, daß ihm die nöthigen Wuhre zu erstellen verboten wurde; auch haben sie das Anerbietenvon Nagatz, ihm die Kosten tragen zu helfeil, allsgeschlagen, dann selbst Wuhre erstellt, durch welche Wegund Steg zu Zeiten verwüstet und unbrauchbar werdeil; dies Alles sei unzweifelhaft in der Absicht geschehen,eine neue Brücke zu erbauen und den aus der alten den Ragatzern erwachsenden Vortheil sich selbst zuzu-wenden. Übrigens würde in Kriegszeiten die neue Brücke der Eidgenossenschaft eher zum Nachtheil gereichen,wie es sich bereits im Schwabenkriege erwiesen, als die Wallgauer Maienfeld durch Vcrrath eingenommen,