516 Juni 1535.
sie aufhöre», die arme» unwissenden Leute zu verführen. Nachdem solche Gebote erlassen worden, hätten dievon Cornaux aus eigenem Antriebe die Altäre aus der Kirche entfernt, damit Gott nicht so grausam g-'lästert werde, und in der Meinung, daß dieses zur Seligkeit förderlich sei. Daraus seien die Meßpfaffe"zugefahren und haben die Altäre wieder aufgerichtet, Christus damit zu unterdrücken und zu verkleinern.Auf das haben die von Neuenburg einige Freunde des Evangeliums ausgesandt, nicht um in die Herrlichkeitder Frau Princessin einzugreifen oder jemand an Leib oder Gut zu schädigen, sondern um Eid und Ehre-so sie hierum ssethan, zu „handvcsteu". Diese seien am letzten Sonntag nach Cornaux gekommen, NM ßivon der Hartnäckigkeit des Meßpfaffen Jacob Prince, der Bürger von Neuenburg und den Ihrigen gcfrenndesei, zu überzeugen. Dieser aber habe nur stärker und fester die Messe gesungen und gehalten dann je. Hierasseien die Abgeordneten zu ihm in die Kirche gegangen und hätten ihm gesagt, wie er Bürger von Neuenbürg^ dortigen widerspreche, weßhalb er vor den Prädicanten in dort Rechenschaft übersemcn Glauben abzulegen habe. Zu diesem Ende sei er dann, doch ohne Handanlcgung oder Gewalt, ff"'ern a s Burger und freundlich nach Neuenbürg geführt worden. Mau glaube hiemit der Herrlichkeit d"Frau Zrmcessm nicht zu nahe getreten zu sein und habe auch die Einwohner versichert, daß man ihnen »ichzu Leide thue, sondern in aller Freundlichkeit ihnen guten Willen für die Förderung zeitlicher und ewig"Gsi lger ) Dinge erweisen wolle. Hierüber erbitte man sich nun den Rath derer von Bern, als getreu«"Bürger, damit man sich nach Gebühr und Billigkeit zu verhalten wisse.
St.A.Bern: kirchliche Angelegenheiten 1640—s». (Ohne Datuni.l
«so.
Wern. 1535, 18. Juni.
Staatsarchiv Bern: RathSbnch Nr. ses, S. s».
Gesandte: Savoyen. (Anton) Piochet. — Genf. Porral; Nüßelberger. ^
I. 1. Dem Rathe zu Bern eröffnet der Gesandte des Herzogs, er halte die Herren von Bern der Ärt^Ehrcnleute, daß (er annehme?), der Auszug nach Peney sei ohne ihren Willen geschehen, wiewohl uiust^Ihrigen, der „Colitis zu Jens", bei der Compagnie gewesen. Es befremde ihn und sei denen zu Bern
nicht ehrenvoll, daß man über sein Gebiet gezogen. Auch sei sonst wiederholt dem Herzog entgegengG^^worden, worüber der Gesandte aus etilem Rodel einen Artikel nach dem andern verliest. Der Herzogvoil seinen Freunden und Unterthanen gedrängt, dieses nicht mehr zu dulden, und bitte, daß man 6^^Mittel fördere, die Sache zu beseitigen; er verlange nichts sehnlicher, als den Bund zu halten; die von ^mögen die Genfer bewegen, den Spruch der Eidgeuossen (von Luceru?) anzunehmen. I. Der Rath antw ^man wolle dieses vor die Burger bringen, wenn der Gesandte es verlange; andernfalls gebe ma>Bescheid, daß die voll Bern Recht geboten und daß man hoffe, hiebet verbleiben zu können.
II. 1. Die Gesandten von Genf danken fiir den freundlichen Empfang, der ihnen Seitens der ^voll Bern in Baden geworden sei, und eröffnen, daß sie einen Abschied erhalten haben, den sie zu ^bitten; man möge die von Genf für empfohlen halten und ihnen Hülfe und Rath gewähren, damit ^Recht bleiben können; man wolle trachten, denen von Bern genug zu thun. 2. Beschluß des RacheBetreff des Abschiedes könne man ihnen nicht rathen; sie mögen denselben ihren Obern vorlegen.