Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
499
Einzelbild herunterladen
 

Mai 1535. 499

und hätten ein großes Loch in das Thor geschossen. Da sei denen von Genf ihre große Büchse zersprungen unddas Feuer zu einigem Pulver gerathen, wodurch einige Genfer übelverderbt" worden und großer Mißinuthentstanden sei. Er glaube, daß durch Verrath Quecksilber (Keksilber"), das keine Büchse ganz lasse, in das Stückgcthan worden sei, anders wäre dessen Zerspringen unmöglich gewesen. Nichtsdestoweniger habe man das Schießenfortgesetzt, aber keine Mauer zubrechen vermocht und abziehen müssen. Aus dem Schloß seien denen von Genf dreiMann erschossen worden, woran aber diese durch ihr Zuschauen selbst Schuld gewesen seien. Im Schloß seieneinige verwundet worden. Wie er vernehme, seien die Landbauern von Gcx (Jegg") in ganzer Zahl bis nachMcyrin (Moyry") gekommen: in welcher Absicht, sei ihm unbekannt. Auf Sonntag (9. Mai) sei der Lnnd-vogtFoggüng von Sansalyng" (St. Julien?) in die Vorstadt nach Genf gekommen und habe ihm (Bischoff)sagen lassen, er möge zu ihm herauskommen oder er wolle zu ihm hereinkommen, um mit ihm überEiniges zu rede». Da sei er (Bischoff) zu dem Landvogt hinausgegangen. Dieser habe dann eröffnet,der oberste Hauptmann in ganz Savoycrland habe ihm befohlen, die Verwunderung auszudrücken, daßer (Bischoff) mit Harnisch und Gewehr sich auf des Herzogs Gebiet begebe; das bedeute Krieg. Hieraufhabe Bischoff geantwortet, es sei richtig, daß die von Genf ans des Herzogs Land gezogen, aber nicht inder Meinung, den Herzog zu schädigen: wenn jemand diesen oder die Seinen beleidigen wollte, so würdensie Leib und Gut zu ihm setzen: die Herren von Genf suchen vielmehr ihre Untcrthanen, die zu Pcney liege»,die Stadt schädigen und alle Straßen unsicher machen; dieses Raubhaus wollen sie zerstören. Ferner habeder Landvogt eröffnet, der oberste Hauptmann verlange, daß Bischoff mit denen zu Pency einen Anstandannehme; in diesem Falle wolle er dieselben vermögen stilleznstehen, bis der gegenwärtige Tag zu Bern(byn üch") vollendet sei. Auf dieses habe Bischoff erwidert, daß er die zu Peney auch nicht eine Stundesicher stelle, weil sie die, welche das göttliche Wort angenommen, Ketzer und Hunde schelten; das betreffeseine Herren; er aber hoffe, fromme christliche Obern zu haben, die solches nicht werden gelten lassen. 2. Zumelden sei serner, daß Wilhelm Arsent von Freiburg in Genf gewesen sei und den Hans Fermcgger vonFreiburg zwei Mal nach Pcney gesendet habe. Was dort practicirt worden sei, wisse er nicht; aber alsdie von Genf vom Schlosse Pency abgezogen, habe Arsent gesagt, die zu Pency seien fromme Ehrenlcute,denen man wider Recht das Ihrige genommen habe. Er (Bischoff) bitte, daß man sich vor diesem Arsenthüte, er halte ihn für einen unwahrhaften Mann. Hans Fermcgger habe den Herren von Bern schmählichzu Ehren geredet, worüber Bischoff sofort Kundschaft habe aufnehmen lassen. Inzwischen habe sich Fermcgger,wahrscheinlich durch Arsent gewarnt, entfernt, sonst hätte ihn Bischoff zu Händen derer von Bern gefangennehmen lassen. Die erhobene Kundschaft folge hier mit. St.A.Bcm: Act°»ba»d G-s nssiss?.

3) 1535, 14. (Mai?), Genf. Anton Bischoff an Schultheiß und Rath zu Bern. Der Herzog habeallcrwärts in seinen Landen ein Mandat ausgehen lassen, daß alle Nationen, deutsche und wälsche, wie vonAlters her freies sicheres Geleit haben solle». Der Gesandte sende eine Abschrift dieses Mandats. Desselbenungeachtet aber seien die von Pcney auf allen Straßen und wen sie antreffen, den fragen sie, wessen Glau-bens er sei, und führen die Evangelischen nach Pcney. Am 12. d. M. seien die von Peney nachVon Arve"an die Brücke gekommen und haben daselbst einen alten Mann, Bürger von Genf, gefangen genommen undverwundet nach Peney geführt. Ungeachtet von Genf bei 300 nachgeeilt, hätten sie den Gefangenen nichtMehr erretten können. Der Gesandte sei ihnen dann nachgeritten und habe sie heim gemahnt; zugleich aberhabe sich der Gesandte nachSansalyng" (St. Julien?) zu VogtFoggüng" begeben und ihm vorgestellt,wie die von Peney das erwähnte Mandat mißachten, und ihn gebeten, die Befreiung des Gefangenen zu ver-schaffen. Dem Vogt habe das Geschehene nicht gefallen; er habe gesagt, daß er selbst zu Pency gewesen«nd dort das Mandat seines Herrn vorgelesen habe; er schickte dann einen Boten, den Gefangenen heraus-zufordern; die von Peney aber antworteten, sie lassen das Mandat des Herzogs sein, was es sei; ihrHerr, der Bischof, habe ihnen befohlen, wenn sie einen von Genf fangen können, sollen sie ihn nach Pencybringen. Nun habe der Vogt die Angelegenheit an seine Herren nach Cammerach geschrieben; die Antwortwerde er dem Gesandten mitthcilen. Weiter sei zu melden, daß der Bischof in seinem ganzen Visthum ver-boten habe, Lebensmittel nach Genf zu bringen, wobei des Herzogs Amtsleute das Gebotthan", und seien