März 1535. 479
zur Förderung des Wortes Gottes und damit die Ihrigen, welche zu Freiburg und zu Montagny gefangengehalten werden, die Freiheit erlangen, von der Kirche abstehen und sich mit dem Spital begnügen solle»,bis sie die Mehrheit auf ihrer Seite habe». Das Gleiche müsse zur Vermeidung von Ucbclständen ihnenwiederholt empfohlen werden. St.A.Bnn: W-ls-h MWvcnbuch a, e. ss?.
TSS.
Wern und Ireiöurg. 1535, vor und am 17. März.
KantoiiscireNiv Areibnr,,! NathSbuch Nr. 02.
1. Vor Rathen und Burgern zu Freiburg wird von Gesandten von Peterlingen eröffnet, sie haben zuBern „befunden", daß man die Neugläubigen anweisen wolle, auf gütliche oder rechtliche Entscheidung hinMit dem Predigen in der Kirche stille zu stehen. 2. Näthe und Burger beschließen, man wolle erwarten, obdie Neuglünbigeu sich hierin fügen.
Die Verhandlung zu Bern und ihr Erfolg erhält einige Beleuchtung durch folgende Missive:1535, 30. März. Bern an Peterlingen (die Stadt). Verflossener Tage sei man durch Gesandte vonPeterlingen und schon öfter von anderer Seite aufmerksam gemacht worden, daß zwischen Freiburg und Peter-lingen Streit walte über das Schirmrecht des Gotteshauses und insbesondere auch darüber, daß diejenigen,welche gemäß dein Worte Gottes leben wollen, in der Capelle predigen ließen, was bei denen zu Freiburghyhcs Mißfallen erregt habe. Auf die Ermahnung derer von Bern haben sich dann die Evangelischen ausdieser Kirche zurückgezogen, unter der Bedingung, daß dieser Anstand in drei Wochen gütlich oder durch dasRecht beigelegt werden solle. Damit die Sache zur Ruhe komme, ermahne man die von Peterlingen, vorAblauf der benannten Zeit die Angelegenheit zur Hand zu nehmen, wobei die von Bern sich erbieten, alle»Fleiß anzuwenden, die Sache zum guten Ende zu bringen. Man habe diesfalls auch die von Frciburgangegangen und sei nun der Antwort von beiden Seiten gewärtig. St.A.Bmn Wm-h Missw-nbuch nw.Man vergleiche hiezu de» Abschied vom 13. März.
T«0.
Mern. 1535, 17. März.
Staatsarchiv Bern: NathSbuch Nr. 51, S. 90.
Gesandte: Zürich. (Johannes) Haab; (Heinrich) Nah». Appenzell. (Bartholom»)Verenweger, Hauptmann.Die genanten Gesandten erscheinen zufolge des ihnen auf dem letzten Tage zu Lucern gegebenen BefehlsRüthen und Burgern zu Bern. Die Gesandten von Glarus und Schaffhausen, die anch kommen sollten,^ nicht erschienen. Die Anwesendeil führeil in langem Vortrage ihren Auftrag aus und eröffnen: 1. DieBern möchten die zu Lucern gestellten Artikel um des Friedens wegen annehmen. 2. Auf dem letztenzu Lucern sei die Instruction einiger Gesandten dahin gegangen, daß mau die von Bern von dein Bürg-et mit Genf abmahne, die anderer, daß sich ihre Obern, falls es zu Unfrieden führe, sich derer von Bernannehmen wollen und diese daher von ihnen keine Hülfe zu erwarteil haben. 3. Die Boten von Zürich^igen insbesondere au, daß sie von einer ihnen und denen zu Bern befreundeten Seite vernommen, daß ein^serlicher Hauptmann gesagt habe, wenn die Sache nicht beigelegt werde, so werde mau dein Nächsten »achPiemont nach Genf zieheil und die Stadt gehorsam machen, dann nach Bern, dann nach Zürich („sy")Constanz und nach andern evangelischen Städten. Näthe und Bürger beschließen: 1. Den Genfern wird