November 1534. 441
dieses thun wolle. Die Gesandten von Bern antworten hierauf, man werde sich hierüber erklären, wennman in Betreff der Versicherung im Reinen sei. Bitte um Instruction über vier Punkte. Übersendung einerAbschrift des Abschieds von Turin. n-mvi».
6) 1534, 10. Dcccmbcr, daselbst. Obige an Obige. Nachdem die beiderseitigen Entwürfe für dieGenfer Sicherheit abgelehnt worden, haben die Gesandten von Bern erklärt, gemäß ihrer Instruction undweil es kein anderes Mittel gebe, sollten nun die Schiedbolcn der Eidgenosse» gütlich, doch mit wisscnhafterThädigung vermitteln; von diesen müssen sie aber einige ausschließen, die, nebst der Ursache des Ausschlussesman auf Verlangen anzeigen wolle. Als dieses gefordert worden, nannten die Gesandten gemäß dem vonBern erhaltenen Schreiben die von Freiburg. Auf dieses entließ der Herzog die Gesandten von Bern mitdem Versprechen, ihnen durch seine Abgeordneten Antwort zu schicken. Inzwischen habe der Herzog die Eid-genossen berufen; was er mit ihnen verhandelt, wisse man nicht genau, nur hätten seine Boten gestern nachdem Nachtmahl sich verlauten lassen, so viel sie verstanden, hätten die Gesandten der Eidgenossen („sy") er-klärt, für den Fall, daß die von Frcibnrg ausgeschlossen würden, hätten sie keine Vollmacht, sich zu sondern,weßhalb sie, wie schon vorher, wieder freundlich um Urlaub gebeten. Da der Herzog in Folge dessen allenUnwillen auf die von Bern wenden wollte, beinebens auch einen andern Entwurf für eine Versicherung ge-stellt hatte, beschlossen die Gesandten, den Eidgenossen den ganzen Handel zu erklären und ihnen zu eröffnen,daß sie mit wissenhafter Thädigung verhandeln lassen wollen, jedoch mit Ausschluß derer von Freiburg. Dassei nun heute geschehen, worauf die von Bern und Freiburg abgetreten seien. Nach gewalteter Berathungseien sie wieder vorberufen und angefragt worden: 1. Ob sie über alle Anstände, auch wegen des Bischofsund des Glaubens verhandeln lassen wollen. 2. Da der Herzog einwillige, daß der Anstand wegen derBurgrechte mit Genf und Lausanne dermalen verschoben bleibe, und die von Freiburg deßwegen ausge-treten seien, weil des Burgrechts von Lausanne erwähnt worden, so glaube man, daß die Boten von Freiburgan der Verhandlung sollten theilnehmen können. Die Gesandten von Bern haben hierauf geantwortet: Zu 1,ihren Obern sei nicht genehm, des Bischofs Sache mit der des Herzogs zu vermengen.. Zu 2, sie seienhierüber ohne Vollmacht: wenn aber die Eidgenosse» ihre Meinung ihren Obern zuschreiben wollen, wolle»sie ihren Brief gerne dahin fertigen. ?. L. »Wir achten woll, wo ir die von Fryburg usschlicßend, daß diefach gar zerschlagen werde und die früntlichkeit nit erschießen." linaom.
7) 1534, 10. December, Thonon. Die Boten der XII Orte und von Wallis an Bern. Sie bitten»m Bewilligung: 1. daß die Gesandten von Frcibnrg an der Verhandlung Anthcil nehmen können; 2. daßman über alle streitigen Punkte, auch wegen des Bischofs sc. verhandeln lasse und diesfalls den Gesandte»von Bern die nöthigen Vollmachten ertheilc. u-iasm.
Schließlich mag hier verzeichnet werden, daß dieser Tag für eine Werbung des Bischofs von Lausanneum den Eintritt in das Bündniß der VII Orte und Wallis für Veschtttzung des katholischen Glaubens bc-nützt worden zu sein scheint; man vergleiche das folgende datums- und untcrschriftslose Actcnstttck:
„Information der vordrung und beger, so min g. Herr von Losa» thut an die großmächtigcn Herrender fiben christenlichen örtern, bcrürend die handthabnng und beschirmung unsres waren heiligen christenlichc»gloubens."
„Derselb Herr von Losa» hat sich gearbeitet bishar sincs gantzen Vermögens, sine burger und bistumblütZu bewaren vor der schädlichen Lutherischen sect und si zu halten und ze schirmen in unserm heiligen christen-lichen glauben, wölliches doch nit ergangen ist one hilf und gunst der großen Herren von Fryburg, sinerlieben und guten Herren, fründen und nachgeburen mich geistlichen sünen, wöllich zu sömlichen stäts nit ge-spart handt ir Personen und mügung, und Hand sich so tougenlich erzöugt, daß si ewig lob verdienen werden.Demnach, als derselb Herr von Losa» gcsächen und gespürt hat, vyl zu verharren in ircm verkherten willen,Ze kommen zu ir that und irem fürnemen, ist er hievor kehrt und gangen gan Marsillien zu wyland hoch-lvblichcn und guter gcdächtnuß unserm heiligen vatcr dem babst Clement, ime anzuzöugen die jamcr underbermden, ouch die vor ougen schwäbenden durchächtungen in diesen landen; wöllicher, als er beruht gewäsen
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