November 1534. 439
2) 23. November (Montag), daselbst. Obige an Obige. Der Herzog sei noch nicht gekommen, und manwisse nicht bestimmt, wann er eintreffe. Als die Gesandten (von Bern) heute den Präsidenten Lambert undden Herrn von Villarsel diesfalls anfragen ließen, antworteten diese, es seien heute die Boten gemeiner Eid-genossen der gleichen Sache wegen bei ihnen gewesen; man habe diesen mitgetheilt, der Herzog sei schon inMaurienne, sei aber durch das Podagra an der Weiterreise gehindert worden. Die Eidgenossen hätten sichhierauf erboten, zu ihm zu reiten, damit er nicht stärker krank werde; Lambert und Villarsel habe» den Ge-sandten von Bern dann vorgeschlagen, dasselbe zu thun. Die Gesandten antworteten, daß sie ohne Geheißihrer Herren dieses nicht vornehmen, worauf jene bemerkten, es sei unnöthig, nach Bern zu berichten, dennsie hoffen, daß der Herzog ans Donnerstag anlangen werde. Da nun die Nachrichten hierüber aber ver-schieden lauten, so bitten sie um Instruction. Die Reisekosten von Bern bis hiehcr und die Zehrnng daselbstwolle trotz allem Widerstreben der von Villarsel, den sie in Lausanne angetroffen haben, entrichten, und auchder Wirth sage, ihm sei streng verboten, von ihnen Geld zu nehmen; sie ersuchen auch diesfalls um Ver-haltungsbefehle. Idiäsw.
3) 1534, 26. November. Bern an seine Gesandten zu Thonon. Sie sollen von den Savoyer» wederfreie Zehrung noch Lieferung annehmen mit Ausnahme des durch die Pcnsionssatzung bestimmten „Ehren-mahls. " St. A. Bern: Deutsch Missivenbuch v. S. S7l.
4) 1534, 30. November, Thonon. Die Gesandten von Bern an ihre Obern. Nach schriftlicher Aus-wechslung der vom Herzog und von denen von Bern gestellten Artikel ließ jener am Samstag (28. November)durch Lambert und Villarsel den Gesandten von Bern sagen: 1. Laut ihren Artikeln weigern sie sich, mitdem Bischof zu verhandeln; ob sie nicht zugeben wollen, daß der Herzog im Namen des Bischofs mit ihnenverkehre. 2. An den Abschied von St. Julien, den der Graf von Challand besiegelt habe, gedenke der Herzogsich nicht zu halten, wohl aber an jenen Abschied, den vorher der Bischof zu Bellcy und andere zu St. Julienerlassen haben. Der Herzog forderte ans Sonntag (29. November) hierüber Antwort. Gleichen Tags(28. November) Morgens habe der Herzog die Gesandten der V Orte zu sich berufen, die bis zum Morgen-brod bei ihm gewesen; auch die Boten von Freibnrg, Solothurn und Wallis seien besonders beim Herzoggewesen und die der V Orte (wieder?) nach Jmbis bis 3 Uhr. Dann habe der Herzog die Gesandten vonZürich, Basel und Schnffhanscn zu sich kommen lassen und zuletzt, zwischen Tag und Nacht, die von Bernberufen, ihnen überlassend, ob sie jetzt oder morgen früh kommen wollen. Die Gesandten haben hinwiederdieses dem Herzog anheimgestellt, worauf die genannten Anwälte zu ihnen gekommen seien und ihnen dieEingangs erwähnten Artikel vorgelegt haben. Sonntags (29. November) erklärten dann die Gesandten demHerzog: 1. Da der Bischof die Ursache aller Unruhe und weder in dem Abschied von Turin, noch in derhierauf von denen von Bern den Boten des Herzogs („sinen") übergebenen Antwort erwähnt sei, die Ge-sandten auch wegen des Bischofs keine Vollmachten besitzen, so können sie sich in Betreff desselben weiternicht einlassen; wenn aber der Herzog darauf bestehe, so wollen sie diesfalls an ihre Obern schreiben. 2. Ausder Antwort der Gesandten sei wohl zu ersehen gewesen, welchen Abschied sie gemeint haben, wobei sie esverbleiben lassen, da ihnen am besten scheine, wenn auf Grundlage desselben und des Urthcils von Peter-lingen freundlich verhandelt werde. Der Herzog habe dann weitläufig erörtert, wie ihm als Fürsten gebühre,dein Bischof zu seinem Recht zu verhelfen; auch die Gesandten, die zu Turin gewesen, hätten für billig be-funden, daß er gehört würde; endlich hätten die von Genf ihm und den Seinen, Geistlichen, Edlen undAndern so viel Gewalt und Schmach angcthan, daß wenn er selbst solches übersehen wollte, er die Seinigennicht zurückhalten könnte. Der Abschied des Herrn von Challand sei mit Gewalt erwirkt worden, indem mandenjenigen, der das Siegel des von Challand hatte, zur Besiegelung genöthigt habe. Die Gesandten habenhierauf wiederholt, daß sie bereit seien, nach Maßgabe des Abschieds von St. Julien, des Urthcils von Petcr-iingen, des Abschieds von Turin, der ans diesen gegebenen Antwort und ihrer Instruction in der Freund-lichkeit abgesondert mit dem Herzog zu verhandeln. Wegen des Abschieds von St. Julien sei er, wie auchin andern Punkten, von den Feinden derer von Genf und von Bern übel berichtet worden; er werde sich