362
August 1534.
letzten Tag vorgeschlagen worden, die Pensionen in Lyon abzuholen; man begehre aber, daß dieselben umbisher in der Eidgenossenschaft ausgerichtet und daß bis zum Abtrag des Rückstandes jährlich zwei Pensic»»'»bezahlt werden, nämlich eine alte im November und eine neue auf Lichtmeß. Doch soll diesen Punet, worübeldie Boten ungleich instruirt gewesen, jeder nochmals hinter sich bringen. 3. Man verlange, daß denen, b»ihre Ansprachen mit Recht gewonnen aber mit der Bezahlung stets hingehalten werden, das ihnen Zugesprochenbezahlt, und denjenigen, die durch Fälschung und Betrug im Recht verkürzt worden, das Recht wieder geöfst»'werde. 4. Da einige Ansprecher noch nicht befriedigt sind und sogar das Recht ihnen verweigert wird, soihnen dieses sofort geöffnet werden. Die Gesandten wenden zwar ein, daß der Köllig sieben Jahre lang b»-Recht offen gehalten, daß man also dabei bleiben sollte; man entgegnet ihnen aber, daß niemand im Neästverkürzt werden dürfe, zumal die Capitel kein Ziel bestimmen. Demnach wird ein neuer Nechtstag nach Sol»thurn angesetzt auf St. Gallcntag (16. October), wo der König und die Eidgenossen ihre Zusätzer haben sol^»-
5. Da die Gesandtelt gemäß der neuen Credenz sich über das Nrtheil für Arsent beschweren, indem der Kombviel mehr Grund hätte, über unbillige Urtheile zu klagen, so wird ihnen bemerkt, daß die Fälschung »"'zweifelhaft sei und der Obmann seilten Spruch eben darauf gegründet, daß Arsent die Blanken nicht lll"falsch erwiesen habe; wenn sie aber den Betrug in andern Processen ebenso überzeugend beweisen könne»,(wie es mit dem Herrn von „Fun" geschehen), so sollen die gefällten Urtheile dann auch entkräftet st>»'
6. Da der König in Abrede stelle, daß er, wie mau ihm geschrieben, seinen Uiiterthanen verboten, gegen >b»Kundschaft zu sagen, so wolle man das wieder heimbringen. 7. Man sei durch die Capitel nicht m'l-pflichtet, diejenigen auszuliefern, welche sich Betrügereien mit des Königs Schreiben erlaubt haben nwgc»'die Gesandteit sollen die besagten Schreiber nennen; dann werde man sie auf Betreten verhaften und »»cVerdienen strafen. 8. Der König habe schon oft angezeigt, wie große Suinmen er heransgeschickt, damit duEidgenossen bezahlt werden sollen; dies sei aber nicht geschehen, denn seine Diener haben viel Geld »»tunnützer Pracht und andern Dingen verschwendet. Was hierüber zwischen den Gesandten und uns gesprmh'»'worden, weiß jeder Bote. i. Zürich macht die Anzeige, es habe eine Verordnung wegen der Basiererlassen, weil dieselben zu viel gelten, und fragt an, ob man gemeinsam eine Verordnung machen w»^'Heimzubringen. Ii. Hauptmann Reinhard von Basel berichtet, wie ihm in der Zeit als er mit bell Franzosehier seine Ansprachen habe abrechnen wollen, eilt Brief zugekommen sei, der besage, daß er vor Jahren zu Luc"»mit den französischen Procuratoren um eine jährliche Pension von 200 Kronen gerechtet, und daß ihm das'»631 Kronen zuerkennt worden seien; dieser Brief sei besiegelt von Voisrigault, Maigret, Schultheiß Hug »'^Aiitlnailit Am Stein, und mit eigener Hand unterschrieben von Gabriel Streuli. Er habe aber nie e»»'Pension gefordert oder bezogen, auch niemals gerechtet, und protestire hier öffentlich, daß dieser Brief nicht-"nutzig und falsch sei, bitte aber, man möchte die anwesenden Bethciligtcn darüber verhören. Diese werde»nun vorbernfen, mit sich zu erklären. Voisrigault giebt zu, daß Reinhard nie um eine Pension gerech^oder solche bezogen; er vermuthe aber, daß Maigret in guter Meinung den Brief aufgerichtet, weil Neinh»^für den König Geld aufgenommen und verschiedene Dienste geleistet und deßhalb viel zu fordern gehabt habe, »»>ihn auf diesem Wege zu befriedigen und die Sache dem König in anderer Gestalt vorzubringen. Amberichtet, Hug und er seien des Französischen nicht kundig und haben oft, wenn die Franzosen zuerst gesteht/ihre Siegel auch aufgedrückt und einmal dem General Maigret ihre Petschafte übergeben, um Briefe z»siegeln. Daß Reinhard nie um eine Pension gerechtet, sei ganz bestimmt; die Procuratoren hätten sich dm»mnicht einmal eingelassen. Streuli entschuldigt sich, man habe ihn: einen Haufen Briefe zugestellt, um s^