Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
308
Einzelbild herunterladen
 

308

April 1534.

große Rüstungen vorhanden, der Abschied unbestimmt gewesen), hält jedoch an der schriftlich gegebenen Ant-wort fest mit den bereits eröffneten Zugeständnissen. Ans diesen Vorträgen erkennen die sieben unbetheiligte»Orte, daß beide Parteien beinahe übereinstimmen; deßhalb stellen sie an beide das Gesuch, sie möchten sichmit dem Vorschlag zufrieden geben, daß Basel einein, der drei Säcke gekauft, bewillige, noch sechs oder siebe»Säcke zu nehmen, damit er eine ordentliche Ladung erhalte, und das Ort, wohin ein solcher Fuhrina»"zurückfahren will, demselben einen Schein gebe, damit kein Betrug verübt werde. Heimzubringen. I»- DieGesandten von Zürich berichten, daß Gerüchte gehen über vielerlei Rüstungen und Truppenzüge außerhalb derEidgenossenschaft; daß Knechte sich im Gebiet von Solothurn aufhalten und die Gefahr vorhanden, daß inden Orten und Vogteien Volk angeworben und weggeführt würde, was bei den höchsten Strafen zu verbietensei. Da man ferner vernimmt, daß der junge Herzog von Würtemberg vorhabe, das Fürstenthum zu seine»Handeir zu nehmen; daß sein Vater Herzog Ulrich die Grafschaft Mümpelgard um 110,000 Kronen »»Frankreich versetzt oder verkauft habe, wahrscheinlich um einen Aufbruch zu machen; daß französische Haupt-leute am Bodensee Knechte werben :c., so wird allen Vögten ernstlich befohlen, bei den höchsten Strafen anLeib und Gut zu verbieten, daß jemand hinwegziehe, Werber zu verhaften und streng zu verhöre», wer siebestellt zc. Und da niemand weiß, gegen wen diese Thätigkeit zuletzt gerichtet ist, so soll jeder Bote dies zw»treulichsten heimbringen, damit man sich nach Allein erkundige und auf dem nächsten Tag anzeige, was wa»erfahren. Da noch mancherlei seltsame Reden umgehen, während mau doch zu allen Tageil einander zusagt,die Bünde und den Landfrieden treulich zu halten, so soll dann jeder Bote mit Vollmacht erscheinen, um z»erklären, was jedes Ort von den andern zu erwarteil hätte, wenn eines inzwischen angefochten würde-i. Schwyz berichtet, daß ein Vogt, den es zu Lauis gehabt, einem Priester eine Chorherrenpfründe im LauiserThal verliehen, weil derselbe zur Zeit der Pest die Unterthanen muthig mit der Beichte und den Sacramente»versehen habe; nun habe der jetzige Vogt diese Pfründe einem „jungen Jüngling" versprocheil; es bittenun dringend, man möchte jenen verdienten Mann bei der Pfründe belassen. Heimzubringen, damit de»Boten, die auf dortige Jahrrechnung kommen, Vollmacht gegeben werde, ihm die Pfründe wieder z»Wstellen, wenn es sich so verhalte, k Der französische Gesandte, Herr Boisrigault eröffnet, der König habe,um die.Kriegsleute zu bezahlen, den Herrn von Lainet mit einer Summe Geldes herausgeschickt; währendderselbe auf der Straße gewesen, seien die Herreil, welche die Nechuuugeu für alle Kriegsleute abzuschliesi^haben, iil Betreff der Summe uneinig geworden und glauben, daß wohl 45,000 Kronen mehr herauf-geschickt worden seien, als die Rechnungen enthalten; deswegen habe Lamet wieder zurück müssen, um Aus-kunft zu geben; er werde aber in vierzehn oder zwanzig Tageil wieder hier sein und das Kriegsvolk abfertige»-Auf diese lächerliche Entschuldigung hat man ihm offeil erklärt, daß solche „erdichtete und gefärbte" Antwmtdie Eidgenossen höchlich befremde, weil man wohl sehe, daß er uns von einem Tag zum andern aufziehewollte der König bezahlen, so wäre es längst möglich geweseil; habe derselbe doch auf Mümpelgard dc>»Herzog Ulrich 110,000 Kronen gegeben und schicke er andern Fürsten und Städten immerfort große Sumn"'Nwährend er die Eidgenossen warten lasse. Der Gesandte erwiedert, es sei nicht seine Schuld; man »löge ib>"aber die ertheilte Antwort schriftlich geben und selbst an den König schreiben; es werde dies nicht ohneErfolg bleiben. Mail erklärt ihm jedoch bestimmt, man ,volle weder an den König schreiben noch e»n"Abschied geben, sondern nochmals an die Obern berichteil. Heimzubringen, ob man schreibeil oder eine W'tschaft von zwei oder drei Orteil senden wolle, um dein Köllig alle Anliegen lind Beschwerden vorzutragenund ihn auch über den Betrug mit Wilhelm Arsent und Andern zu berichten, worüber auf dem nächst^