2^0 März 1534.
dcm Gesandte» Gehör zu geben und ein solches Aufsehen auf seine Kirche zu halten, daß sie durch ihreHülfe in Friede und Ruhe bleiben möge.
8) 1534, 13. Januar, Arbois. Der Bischof an den Official in Bcsan^on, seinen Bruder. Schilderung d"Bedrängnis; seiner Kirche in Genf durch eine lutherische Rotte. Er habe daher seine» Balli von Moircns.Träger dieses, an die V Orte abgefertigt, sie um Hülfe und Beistand zu bitten. Er ersuche den Ofsicu"'dießfalls seinen Gesandten zu unterstützen: dadurch werde auch dem Kaiser ein Gefallen erwiesen.
St. A. Bern: Actenbcmd Genf 11L2—16^'
Alle angeführten Acten sind deutsche Copien. Der undatirte Vortrag ist auch französisch vorhande»-von dem Brief vom 21. Januar ist auch das Original angefügt. Es ist nicht ersichtlich, ob die Z"^angeführten Acten 5—8 ebenfalls zu denen gehören, die dem bischöflichen Gesandten abgenommen ivord^'Allen diesen Aktenstücken voraus geht eine unterschrifts- und datumslose Abschrift einer Reklamation an Mr»'wegen des Gefangenen, der seit etwa sechs Wochen bei ihnen sei, kurzes und gutes Recht halten zu wolle"'
Zu </. 1. Auf Donnerstag vor Neminiscere (2<Z. Februar) stellen Heinrich Bullinger, Heinrich Eugelh"^Rudolf Thumpsen, Leo Jud, Konrad Pelican, Andreas Carlstadt und Theodor Buchmann, alles DienerLeser der Kirche zu Zürich, das Zeugnis; aus, das; sich der Prädicant zu Dieszenhofen über die gegen ^eingeklagten Artikel in ihrer Gegenwart (siehe Abschied vom 10. Februar p) folgender Art verantwortet Habs'Zu 1. Das Wort „altgläubig" habe er nicht gebraucht; er habe nur gesagt, wer die Cercmonien .brauche, als »ach der Lehre Christi, der sei ungläubig und „jüdele" mehr, als das; er Christ sei-Sacrament habe er nicht geschmäht, sondern als dasselbe im Kloster umgetragcn wurde, habe er nur gZ"'.'Christus habe nicht befohlen, das Sacrament einzusperren und herumzutragen. In Betreff der Obrigkeit h^er gepredigt, wenn sie die Laster nicht bestrafe, sei sie schlimmer, als jene, die diese begehen. Zu 2- ^habe über Marc. 5 gepredigt, wie die bösen Geister in den Gräbern wohnen, von da aufstehen u»d .Menschen beunruhigen. Da habe er einfließen lassen, wie der böse Geist oft zur Abgötterei reize, so " 'man den Leuten vorgegeben, es seien Wunderzeichen bei den Gräbern der Heiligen geschehen und die To ^seien auferstanden und den Menschen erschieneck. Das sei meistens nur eine Trügerei des Teufels, uwMenschen vom wahren Gottvcrtraucn zur Abgötterei zu verführen. Das; aber die Todten nicht anferstund den Menschen nicht erscheinen, habe er bewiesen, indem es heiße, es sei eine große Kluft zwische" ^und ihnen: der Todtendienst sei vom Teufel eingegeben („gewert") worden. Zu 3. Er habe gepredigt- ^der Apostel Johannes lehre, wenn wir sagen, was wir nicht thun, so betrügen wir uns selbst.habe er bemerkt, es sei niemand ohne Sünde, außer Christus; was Maria sei und habe, das habe sieGott; er rufe also nicht sie um Hüls und Gnade an, sondern gehe zu Gott, als dem rechten Äruo^,.wer denn nicht lieber bei der Quelle als am Ausfluß Wasser holen wollte? Geschmäht habe er Maria ,wohl aber die Götzen verworfen und gescholten und zwar mit Recht, weil Gott in der Schrift sieverboten. Die Ölung habe er nicht als stinkend bezeichnet, wohl aber gesagt, die Päpstler geben lvor, das; die Ölung die Sünden abwasche. Zu 4. Er habe gelehrt, nur Gott allein, wider den man si>" ^zu beichten. Betreffend Einsiedel» habe er gesagt, man solle nicht dorthin zum Götzen laufen. Z"habe über den rechten Dienst und das rechte Amt der Diener der Kirche gepredigt und bemerkt,habe ihnen nicht befohlen, Ochsen oder Kühe zu opfern, auch nicht Blesse zu haben, sondern das Evangs ^zu verkünden und zu taufen. Er glaube nicht, hicmit die Messe geschmäht zu haben. BetreffendTaufe habe er nach Paulus gepredigt, es gebe nur eine Taufe, wie es nur einen Gott und einen lv a ^gebe: dagegen habe man jetzt eine „gcschmirbte" und eine rechte Taufe. Zu K. Ohne die Altgläubig"nennen, habe er gesagt, man solle die Verächter der Lehre Christi meiden, keine Gemeinschaft mit ihnen / ^und sie zu keinen Ehren und christlichen Ämtern wählen. Zu 7. Auf Purisicationis Mariü habe er g0'^^,das sei für Ataria der größte Schmerz und das Schwert, das ihr Herz durchdringe, wenn man ihrci» ^widerspreche und ihn nicht allein verehre. Dieses einzig bekenne der Prädicant; alles Andere, glaube euihm von Mißgönnern zugelegt worden. St. A. Bern: Allgemeine cid». Abschiede. NN,