Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

November 1533.

197

reiche, hiezwüschen früntliche mittlung und was frid und einigkeit gebären mag, hieriil handle», und aber solang dahar so kleinfrüchtig erschossen und wenig guts geschaffen.

Zum andern . .. verwundert uns doch höchlich, daß die anläß und reizungen nit bas erwägen, die unsdoch zu diser empörung stäg und weg geben haben. ')

Witer. . . haben wir uf gester üwern fürtrag verstanden, hieneben üwern rathschlag eines anstandsvernoinen, darus wir wol erlernen mögen, den Handel in Verzug zu stellen; wo das hin dienet, ist wol zuermessen, und wie wir dann hieneben auch verstanden, (daß ir) vilicht nit gwalt (haben) und sollichs hindersich zu bringen (gemeint), will doch sollichs dem ersten zusagen widerig sin und möcht kommen, in solichemhindersichbringen wurd unser beschwerd, die nit allen mentschen kund sind, kleinfüg bedacht; harumb unssollichs hoch beduret.

Item das höchst und grüßest, so uns trugkt, ist das, daß niemand beherzigeil will, daß unser Herrenund oberu die eer gots und der seelen heil also hindersich setzen und abschlachen, das billich allen hendlenvor solt gan...

Darumb . . . wölkend geinant sin, diewyl unser Herren und ober» unsers glits und bluts so girig sind,heßglich uns zu verhindern an unser seelen heil lind seligkeit, wellend umb der göttlichen eer und sines heiligen»amens willen den Handel herzenklich betrachten und trüwe und vätterliche fürsechung thun, dainit wir nitalso von der göttlichen gerechtigkeit getrengt werden, dann wir je nit begeren dheiner hilf und trost nochbystands zu schad, schand und schwach unser Herren, sonders zu Verhütung gwalts; wellend auch ansechen undbetrachten die schandtlichcn eerlosen lasterlichen zured und schwach, die si unschuldig uf uns reden, als ketzer,verretcr, fleischinörder und küschender, das doch jewelten ein fromer Eidgnoß nie hat mögen dulden, über daswir inen heiter entdeckt, in was 'gstalt lind form wir uns zusamen gethan Hand, allein von wegen der Ver-heißungen, das zu halten....

Zum leisten, wysen gnedigen lieben Herren, als ir dann vermeinen, so wir sollichen üwern fürtrag, alsuns durch üch anzeigt würt, nit annemen, daß dann zu besorgen, zu gmeinen landskrieg dienen werd, dasnun gott der ewig verhüten well, des wir auch willens sind, wo die billigkeit mit uns fürgenomen wirt, indheinen weg (dazu) weder stäg noch weg zu geben; wir sind ouch in guter Hoffnung, daß alle froine liebhaberder gerechtigkeit sollichs von uns befinden söllen, wäder lust noch willen zu sollichem (so. krieg) zuhaben, dannwir nüt anders begeren, dann daß die eer gottes und sin heilsams wort in kraft wie uns das verheißen lindzugelassen ist, fryg vor allen dingen sin gang habe und blibe, des ouch die biderben lüt ab der landschaft, sobi uns sind, ganz begirig und hieby zu bliben willens sind, dann si ouch sunst umb dheinerlei ursach willenZu uns gestanden, so das sin mag; so aber sollichs nit sin möcht, wöllen wir im namen gots uns protestierthaben, dhein ursach zu haben, den landskrieg anzurichten, dann wir uns ergeben haben, so wyt der Handelgots (nit?) Vorgang, üch . . . in dem übrigen handle» zu lassen, was die billigkeit dann wol ertragen mag;wo aber sollichs je nit sin möcht, als wir uns (doch) dheinswegs anders versehen, sollichs gott dem ewigenvater heim setzen, und geren damit üwere antwurt." St. A. Zürich: A.Soi°th«n. (C°piq.

- ') Hier folgt eine theilweise Wiederholung der in der Vertheidignng vom 7. November angebrachten Ursachen desAufstandes. Neues wird nichts vorgebracht. In dem oben angeführten Freiburgerheft (K. A. Freiburg: UngebundeneAbschiede, und ebendaselbst: Abschiede B.II, toi. 1214.) betitelt sich dieses Aktenstück:Antwort der usseren als wirs>) umb ein anstand erfordert zinstag Martini." Dahin gehört es auch zufolge allem Zusammenhange.

5V) 12. November (Mittwoch nach Martini), Solothurn. Die Schiedboten der V Orte an ihre Obern.

Ucbcr das ehrliche Erbieten (der V Orte) gegen den Eidgenossen von Solothurn werde ihnen unzweifelhaftAntwort zukommen; wenn die (vorläufig) den Boten ertheilte Antwort auch unvollkommen sei, so dürfe dasVicht beunruhigen; denn Ehrenleutc Hütten gesagt, man werde ihnen (den Orten) nach ihrem Gefallen be-gegnen und nach ihrem Rathc handeln; vor Rüth und Burger habe man die Sache darum noch nichtgebracht, weil der gemeine Mann sonst zu hitzig würde und die Boten für parteiisch geachtet würden undheuen von Solothurn (inen") in dem Vertrag weniger helfen könnten. Sie (die Boten) hahcn zwar, obschou