Oktober 1533.
165
dieser Angelegenheit zn benehmeil habe. Mail beschließt, die Versamnllnng ans Morgen z>l berufen. (10. October).^or dein Rath der Zweihundert wiederholt Johann Philippe seine gestrige Eröffnung, bittet um etilen guten^»th und j» seineil .Kosten Briefe lliid Gesandte an die von Freibnrg abgefertigt werden möchteil; endlich»erlangt er, daß alle Mitglieder des Nathes bei ihrem Eide angefragt werden, ob sie je gehört, daß er öffentlichober im Privatgespräch denen von Freidling Nebels nachgeredet habe. Man fragt hierauf jeden an, ob erib'hört, daß Johann Philippe gesagt: „Bei dem Blut Christi, die Herren von Freibnrg sind Verräther und^dseivichte", oder andere die Ehre derselben kränkende Worte. Alle verneinten, so etwas gehört zu habenund sagten, daß sie solches auch nicht geduldet hätten. Man bewilligte hierauf dem Philippe ein Empfehlungs-sthreiben und einen Gesandten in der Person des Bonifaz Offichet an die Herreil von Freibnrg. (13. October).-^»f Verlangeil der Herren von Freiburg vor dem Official ist gegen Johann Philippe eine Klage formirtworden. Derselbe bittet nun den Rath von Genf, daß dessen Botschaft geschrieben werde,.was sie in dieser- »Gelegenheit thnn solle. Der Rath beschließt, man wolle wenigstens bis Morgen auf die Gesandten von^een warten, um sich mit denselben zu berathen; andern Falls wolle man die Gesandten von Freibnrgsuchen, daß sie ihren Herren schreiben, sie möchten diese Angelegenheit ohne Proceß erledigen. (14. October).^'r Rath zu Genf, versammelt in der Halle am Molard, beauftragt die Sindies, sich zu den Gesandten von»ttwurg zu verfugen und sie zu bitten, sie möchten an ihre Obern schreiben, daß dieselben in Betreff des^»bann Philippe irrig berichtet worden seien; sie mögen die Sache ohne Proceß beizulegen trachten.
(13. October). Die Gesandteil von Bern erscheineil und fordern Bezahlung jener Summe, welche die Stadtu»en von Bern schuldet. Man beschließt, durch ein Schreiben und Gesandte sich an den Bischof zu wenden"»d ihn dießfalls um Rath anzugehen. III. (22. October). Auf das Gesuch des Johann Philippe, betreffend»»>m Proceß gegen die von Freibnrg, bestimmt der Rath der Zweihundert (die genannten) zwei als Ge-i»»dte dahin. IV. (27. October). Vor Näthen und Burgern zu Freiburg berichteil die in Genf gewesenen^'beordneten, wie sie gegen Philippe das Recht angefangen und geübt haben. Alls dieses erscheinen Anwälte der^ »dt Genf uud bitten, die Sache glinstig betrachten zu wollen, denn Philippe könne sich keineswegs erinnern,
1» Worte gesprochen zu haben; er sei im Gegentheil erbötig, mit Leib und Gut denen von Freiburg zu^»'»en uud geneigt, selbst anher zu kommen und sich zn verantworten. Beschluß: da denen von Freiburg eben viel»» der Sache liege, so soll dieselbe rechtlich ausgetragen werdeil. V. (28. October). Vor dem Rath der Zwei-hundert zu Genf berichteil die Gesandte», welche zu Arbois beim Bischof gewesen, dieser habe gesagt, man° » ihm cine gewisse Gerichtsbarkeit zurückstellen, dann wolle er helfen bezahlen; übrigens werde er etile»lschast studen, die nebst denen von Genf mit den Gesandten von Bern reden werde, daß ihre Obern einige'duld tragen wollen. Da man die Antwort des Bischofs etwas leicht erfand, beschloß man, nach einem»»deru Nüttel zu suchen, und antwortete den Gesandten von Bern, daß man umsonst an den Bischof ge-rieben und ihn um Hülfe und Rath angegangen sei. Mail bitte zu betrachten, wie die Stadt seit acht^»httn der Art mit Beschwerden überladen gewesen, daß sie gegenwärtig ihre Gläubiger nicht befriedigen°»»e; man wolle mit ihr Mitleid tragen; immer habe man gehofft, von dem Bischof, ihrem Fürsten, dene'U'eil des Capitels und andern Priestern unterstützt zu werden, ivas nun nicht geschehe. Die Gesandten»»An ihre Obern ersuchen, einige Geduld zu haben, während man sich beratheil wolle, ivas man gegen den^stchof und den Klerus vornehme, damit diese entsprechen. Die Gesandten forderten und erhielten diesen^Ichluß schriftlich und man gab ihnen zwei und zwanzig und einen halbeil Thaler für ihr Taggeld. (31. October)-^» die Gesandten von Bern mit der ihnen gegebenen Antwort nicht befriedigt waren, versammelte sich der