Druckschrift 
4,1,c (1878) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1533 bis 1540
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

August 1533.

christlichsten führe, auch zum Theil in Folge der zwischen ihm und den Orten bestehenden Freundschaft undVereinung sei er jenen zu Rath und Beistand verpflichtet. 2. In dein Vortrag der französischen Gesandtenwerde der Bezahlung gedacht. Mau verlange nun zu wissen, wann dieselbe erfolge. 3. Gemäß der benanntenVereinung haben die Orte in letzten Jahreil während ihren Nöten den König um Hülfe angegangen, aberkeine erhalten. Umgekehrt sei ihren damaligen Feinden, den Zürchern, die dock nicht in der Vercinung seien,vor und während dem Kriege Unterstützung und Vorschub geleistet worden. Man empfinde hierüber wiebillig Mißfallen und glaube, es wäre billig und gerecht, daß der König gemäß der Vereinnng den Orten einZiemliches an die Kriegskosten erstatten würde. 4. Da man keine Stunde vor Ueberfall sicher sei, so verlangeman, daß bei diesen gefährlichen Zeitläufen die Angehörigen der Orte von Seite des Königs nicht veranlaßtoder aufgewiegelt werden, um sich in dessen Dienst zu begeben, sondern daß dieselben zur Beschickung von GottesEhre, Vaterland und Weib und Kindern daheim bleiben. III. Da die Gesandten des Kölligs von Frankreich aufdiesen ihnen gemachten Vortrag ziemlich unklar geantwortet, werden sie ersticht, über folgende Artikel Auf-klärung zu ertheilen: 1. Sie haben gesagt, wenn man die katholischen Orte von dem alten Glauben trennenwollte, und sie keine Ursache zum Krieg geben, noch ihn beginnen, der König ihnen in diesem Fall beistehenwerde. Das können sie nicht eingehen, denn auch im letzten Kriege seieil sie zuerst mit den Pannern ausge-zogen, haben aber deßivegen den Krieg nicht angefangen, sondern Zürich und Bern, welche sie durch Sperr-ungen und Beeinträchtigungen verschiedener Art dazu genöthigt haben; ihre Erhebung sei nur Nothwehr gewesen.2. Sie sagen, wenn die katholischen Orte nichts provoziren, so werde der König sich erzeigeil als der allerchrist-lichste König. Dieser Titel sei sein alter, den ihm die katholischen Orte nicht nehmen können, und wenn er ihnenauch nicht helfe; denn vor und nach ihrem Kriege habe er sich der allerchristlichste genau»l, und man habeihn für den christlichsten Köllig gehalten und geachtet, obschon er ihnen keine Hülfe gethan. Auch möchte manwissen, auf welche Weise er Hülfe erzeigen wollte, mit Mannschaft, Geld :c. 3. Er habe versprochen, inZiel und Tag die ausstehenden Schuldeil, als Pensionen, Kriegsgeld zc. zu entrichten, habe aber keinen Termingenannt. Sie sollen sich auch hierüber erklären. 4. Sie habeil auch keine Antwort erhalten über den Artikel,daß keine Knechte oder Unterthanen aufgewiegelt, oder hinweggeführt werden sollen. 5. Ebenso sei ihnen aufdas Begehren, daß der König ihnen etwas an die erlittenen Kriegskosten gemäß der Vereinung verabfolgenmöchte, noch kein Bescheid zu Theil geworden. Zürich sei der Vereiiiung nie beigetreten, Bern habe dieselbevor vier oder fünf Jahren aufgekündet; diese Orte, die Urheber und Häupter des Krieges gewesen, seien mitdem König einzig durch den Frieden verbunden, der keine Hülfe zusichere, während die V Orte mit deinKönig in der Vereiiuing stehen, daher sie Hülfe beanspruchen rönnen.

St. A. Lucern: Uneingclmndene Abschiede IV. I5M49. LandeSnrchw Schwyz.

Der Frcibiirgcr Abschied enthaltet nur«I; Q enthaltet das Lucerner Archiv in zwei getrennte»Theileu, van denen einer I und >k, der andere Iii bildet; die im Schwpzcr Archiv liegende Ausfertigungvereinigt beide in ein Schriftstück.

Der Freiburger Abschied redet nur von Boten der V Orte und von Freiburg; die Antwort bei o Uwird aber auch im Namen von Wallis erlasse».

Der Name des Frciburger Gesandten aus dortigem Ralhsbuch Nr. 51, Juli 30.

Zu Ob der Vortrag I auf diesen Tag oder allfällig auf de» 25. Juni w. bezüglich ist, ist nichtganz klar. Die Antwort II datiren die angeführten Quellen auf den 7. August (Donnerstag vor Laurenz)!der Vortrag III ist gemäß den beim Abschied vom 12. September n« stehenden Vortrag der französische"Gesandten zu schließen, am 12. August »ntgethcilt worden.