Zum 1533.
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stünde, woran aber gar nichts sei, wie jedermann wohl erkenne. Dem Herrn von Lamet habe er deßhalbnoch insbesondere befohlen, sie zum treulichsten um die Annahme einer solchen Bestätniß zu ersuchen, was jabeiden Theilen zu Gutein gereichen werde. Endlich bitten die Gesandten, daß man den Angehörigen dieWeisung gebe, bis zur nächsten Tagleistung ihnen nicht nachzulaufen, da sie gegenwärtig mit den betreffendenSchriften und Rödeln noch nicht bekannt seien; dann wollen sie aber jedem Boten billigen Bescheid geben,wogegen sie auch ohne Aufschub bestimmte Antwort gewärtigen.
2) Der König habe vernommen, daß die sechs Orte mit Practiken „angefochten" werden von dem Bischofvon Verulam, der sich als Sendbote des Papstes ausgebe, was aber S. Heiligkeit nicht anerkennen wolle,auch von dein Official von Besanyon, als Boten des Kaisers, endlich von den Gesandten des Herzogs vonMailand, um ein Bündniß mit ihnen zu Stande zu bringen, das aber gänzlich wieder die Friedens- undVereinungs-Tractate mit dem König wäre; denn augenscheinlich würde auch der Friede entkräftet, wenn dieVereinung gebrochen würde, indem diese nur eine Bestätigung des Friedens sei. Weil aber die Eidgenossensich verpflichtet haben, seine Freunde und Feinde als die eigenen zu betrachten, und er sich in allen Dingenals ihr guter Freund und Verbündeter bewiesen, so könne er nicht glauben, daß sie ihn preisgeben und aneinen ungewissen Freund vertauschen werden. Wenn ihnen etwa vorgespiegelt worden, er habe auf das Herzog-thum Mailand verzichtet, so gebe er zu bedenken, daß ein Gefangener nichts Beständliches contrahiren könne;zudem habe dasselbe seiner sel. Gemahlin gehört, von der es auf seine Kinder übergegangen, denen er mitEhren nichts vergeben könne. (Folgt ein Blatt Beilage „Artikel ußzogen uß dein tractat des fridens : Zumachtenden" zc.).
Den Anlaß zu diesem zweiten Vortrag gab eine Verhandlung der V Orte mit einer Botschaftdes Kaisers, über welche bei diesem Abschied nur die Instruction der letztern Aufschluß gibt:
Nachdem der Kaiser von dem Sendboten der V Orte, Baptista de Jnsula, vernommen, wie es ihnenergangen und sie durch Zwietracht mit einigen ihrer Verbündeten beladen worden, was nicht blos der Eid-genossen-Nation, sondern der ganzen Christenheit großen Nachtheil hätte bringen können, sei ihm solches herzlichleid gewesen, indem er aus Pflicht seines Amtes mit der höchsten Sorgfalt sich beflissen, alle christlichen Völkerbei gutem Frieden zu erhalten und unbefleckte Freundschaft unter ihnen zu pflanzen; darum habe er sich ver-bunden gefühlt, die entzweiten und gegen einander empörten Eidgenosse» zur Einigkeit zu ermahnen, und zudiesem Zwecke die gegenwärtigen Boten, Leonardus a Gruyeres und Jacobus Chambrier zu den V Orten abge-sendet, um ihnen folgende Dinge zu erzählen:
1. Er ermahne sie, bei dem wahren christlichen Glauben, der von ihren Vätern an sie gekommen, wiebisher zu bleiben, da sie so kräftig und ritterlich dafür gestritten haben; deßgleichen in der Einigkeit und imGehorsam gegen die hl. römische und christliche Kirche zu beharren.
2. Es freue ihn, wenn sie mit ihren Bundesgenossen lieber Frieden als Krieg haben, und daß dieUneinigkeit zwischen ihnen durch gute Mittel beigelegt sei, damit christliche Liebe und Freundschaft erneuertwerde; sie können ja selbst wohl einsehen, wie viel Gefahr und Schaden aus Krieg zu folgen pflege, wiezweifelhaft der Ausgang sei, und daß die größten Staaten dadurch zu Grunde gerichtet worden; zudemhaben sie zu erwäge», daß ei» Unfall im Kriege »icht bloß ih»c» schädlich »»d vielleicht verderblich sei»,sonder» für gemeine Christenheit und deren Religion viel größere Bewegungen und Aufrühre nach sichziehen würde.
- 3. Deßgleichen sollen sie betrachten, wie die Kriege und Streitigkeiten, die leider in den letzten Jahren unterden Christen zu viel überhand genommen, ihre Kräfte nur zu sehr vermindert haben, was dem Türken Anlaßgegeben, ihnen Schaden zuzufügen und große Städte zu erobern zc. Zuletzt, im eben vergangene» Jahr,habe derselbe die größte und vornehmste Provinz in Europa mit einem unzählbaren Heere angegriffen, undohne Gottes Widerstand hätte er wohl die ganze Christenheit verderbt; darum sollen die V Orte die Waffensparen, um bei einer Wiederkehr des Türken gegen ihn zu kämpfen.
4. Wenn jedoch ihre Widerwärtige,; auf dem Krieg beharre», sie und ihre Unterthane» angreifen oderandere unrechte Dinge, den Glauben betreffend, gegen sie durchsetzen und sie zur äußersten Roth, wie es vor