KW September 1477.
Bern und Luccrn. f. Die Klage der französischen Boten, daß viele Knechte der Eidgenossen nach D»rgund zu deö Königs Feinden laufen, soll man heimbringen und solches verbieten, auch denen, die sM"fortgczogen wären, bei Ehre und Eid gebieten, heimzukehren, je. MurtcnS und der andernwegen, welche die von Bern allein zu behalten meinen, soll Bern sich auf nächstem Tag zu 5'"'erklären, ob es den übrigen Orten Antheil daran geben wolle oder nicht; denn diese gedenken ^ihrem Anspruch darauf nicht abzustehen. I». Auf Dienstag zu Nacht nach St. MichaelStag (>19- ^tember) soll man zu Lucern sein wegen der ewigen Vereinigung mit dem Herzog von Oesterreich, 'dieselbe zu Innsbruck verabredet worden ist. Inzwischen soll man die Sache allenthalben berathen,man die vereinung besliessen wölle der hilff halb, vmb die lifcrung vnd costcn oder vmb den sold,der in der ewigen Richtung bestimpt ist, vnd sol Icderman sin botschaft mit vollem gewalt zu Luc""han, die fach zu besliessen, als deö die österrichischcn botten erwarten wölken vnd die botten witcr wNzesagen". I. Der Bischof von Grcnoble hat deö Königs Begehren des Landes Oberburgund wegen 'gebracht, nämlich sein Anerbieten, den Eidgenossen statt desselben Geld oder etliche ihnen gelegene Sehl
zu geben, doch daß sie ihre Knechte nicht gegen ihn laufen lassen. Auch erbiete sich der König, si'Sohn mit den Eidgenossen in ewige Vereinigung zu bringen und ihnen abermals die aufrichtige Hu ^alles dessen, was er der Pension und anderer Sachen halb verschrieben hat, zuzusagen. Der D"hat serner begehrt, daß man dem König die Mann, die man ihm zugesagt, »im seinen Sold si'wenn er etwa gegen den Sommer hin dieselben nöthig haben sollte. Antwort: Waö man dem .verbriefet und versiegelt habe, das wolle man getreulich halten; alle andern Sachen wollen die Bheimbringen und ihre Herren und Obern darin handeln lassen. Dabei hat man dem Bischof emvi«dahin zu wirken, daß den Eidgenossen die Pensionen und Gelder, welche verfallen seien, ausbezahlt w" ^
Gemeiner Eidgenossen Räthe von Städten und Ländern schreiben an Bürgermeister undStadt St. Gallen: Nachdem die Unterhandlung zwischen dem Herzog von Mailand und gemeinen ^genossen und ihren Zugewandten bereits dahin gediehen seien, daß man sich über alle vergangenen ^verglichen habe und auch St. Gallen und Bern, die in den frllhern Eapitcln nicht gewesen, dareMgenommen und der Privilegien und der Zollfreiheit thcilhast gemacht worden seien, so möchten siebetreffenden beträchtlichen Kosten fiir Verbricfung, Ehrung der mailändischen Boten u. s. w., we>^auf die Orte nach Vcrhältniß vcrthcilt, ihren Thcil ebenfalls übernehmen und sofort nach Lucern ^auch die Eapitel, deren Abschrift man ihnen zustellen werde, getreulich beobachten. Man werde ' ^auf St. Maurizentag einiger Geschäfte wegen im Namen aller Orte Boten von Zürich und L»nach Mailand senden; sofern St. Gallen diesen etwas aufzutragen habe, möge eS berichten.
«,in
Zu«. 1477, I Z. September (Samstag nach Xntivitati» Zilnria). Bern schreibt an Luccrn:wcibel, Heinrich von Kunricd, sei bei dem von Craon im Lager vor Dole gewesen, um ihn zu bewegen, d>c .gegen die Burgunder ruhen zu lassen; dieser aber habe da« Begehren abgeschlagen, Befehle de« König«und erklärt, wenn er einmal Dole genommen habe, so hoste er auch Salin« zn nehmen und den Salzbnw ^ ^zerstören, wa« Bern sehr ungelegen wäre. Die Burgunder verlangen eine Botschaft von gemeinen hc
könne nicht von sich an« entsprechen und bitte Luccrn, da« Begehren an die Eidgenossen zn bringen. ^von Burgund danken in einem Schreiben, ll. <1. Salin« v. September, Bern fttr die Sendung Heinrich« vo» ' ^rieb und bitte», wenn Eraon sie verdächtige, so möchte man ihm nicht glauben, sondern ihnen Htilfc senden. ^
archiv Luccrn, Acten: Burgundcrtricg.) — Zu r. 1477, Lv. September (vi^ilia, dlattboi). Bern schrc>