Druckschrift 
2 (1863) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1421 bis 1477
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88 Februar 1431.

fürgang han vnd besorget werden mit briefen tmd Carten, als denn dz berett vnd billich vnd ^ nottnrftig wz, an alleinmin besunder guten frünt vnd getrüwen lcmtlüt, den aman vnd die lant- ^ lüt von Vre, geben och des Carten vndbrief, dz die richtnng ir will werc, vnd liessen sich ouch ^ darin schriben, als dz denne die selben instrmnentcn Wisentvnd sagent, die dardurch gemacht ^ sint. Also han ich sy früntlich vnd ernstlich erbettcn mit ganzein flis, dz sy michder bett geerct ^ hant vnd sich also lassen inschriben vnd die fach vfgenomcn vnd ingangcn, als denne die briefe Wisent sin hant, die darvm geben sint. Derselben früntschaft vnd liebi vnd dz durch miner bett will- j en hant getan, wie esInen vbel ze willen stund, ich billich in aller früntschaft niemer ge- j gen inen vergessen sol noch wil, ob gott wil,vnd han Harum ze einem waren offnen vrknnt vnd ze j Verzicht discr bett vnd fach, so han ich, der obgenant Casparvon Sachs, min eigen insigcl offenlich ^ gehenkt an disen brief, der geben ist an dem sibenden tag des Manotz Mertzenin dem iar, do j nmn zalt von Cristns gcbnrt thusing fierhnndert drissig vnd ein iar."

Pcrgamcntcnc Urkunde mit uiihtingendcm Siegel.

»»»

Lucern. I, SS. Februar (Donstag vor St. Matthias).

Staatsarchiv Zürich: Stadtbuch IV. It. 15 I».

Tag der Eidgenossen, von Zürich angesetzt, um über das Hülfebegehren des Römischen Königs zuseinem Römerzug zu rathschlagen.

Die Instruction Zürichs und dessen entsprechende Antwort an den König siehe ebendaselbst.

Rick

ZllH. R4AI, St» Februar (Montag nach Ronünisvoro).

Staatsarchiv Luecr».

Auf diesen Tag hatte Rudolf Hofmeister, als Obmann in dem Streit zwischen den drei Ländernund Lueern in Betreff der EideSevncnerung von Weggis, Vitznau und Gersau, die Parteien nach Zugberufen, umsich zu veranlassen", ihre Schiedleute zuzusetzen und sich zum Rechte zu verbinden, nachAusweis der zu Lucern gemachtenNottel". Die Boten von Lueern hatten Vollmacht, sich auf diedrei dort verabredeten Rechtsfragen einzulassen, die Boten der drei Länder dagegen erklärten, sie hättendie Sache nur in dem Sinne verstanden lind an ihre Gemeinden gebracht, daßdie fach vff mich (denObmann) vertedinget worden sy als vmb das Erste stuk, also das beid teil ze dem ersten stuk setzen füllen,vnd wer da fintlich, das sy füllen secher sin, so stillen sy vmb die übrigen zwey stuk antwurten vndfüllen die also ouch vff mir bliben. Funde sich aber, das sy nit secher werint, so söltent sy mit denZwey stuken nütz ze schaffen haben, wont das darüber beschechen sölt, das recht were nach Zr geswornenbriefen sag." Weiter gehe ihre Vollmacht nicht. Da begehrten die Boten von Lucern, weil sie derTagesansetzung gehorsam gewesen, die Länder aber nicht, so soll der Obmann erklären, sie haben ihreSachebezogen". Derselbe nahm sich aber Bedenkzeit und setzte einen Tag nach Zürich auf Freitagnach Mittefasten (16. März).