Druckschrift 
2 (1863) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1421 bis 1477
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

Februar 1423.

Zu diesem Abschied gehört eine Instruction Lucerns, welche mit der Datirung 1423 im dortigen allgemeinenAbschicdband U, 27 steht. Kopp in der Helvctia VI, 27, Anmerkung 89 nimmt an, es sei eine Instruction aufden Tag zu Pfingsten oder zu Weihnachten 1423. Die Vergleichung der Znstructionsartikel mit den Artikeln desobigen Abschieds scheint aber darznthun, daß jene von späterer Hand hinzugefügte Jahrzahl 1423 unrichtig sei undstatt deren 1425 stehen sollte. Zu r. lieber den Streit zwischen Lucern und Zug wegen der Gerichtsmarchcn vonHabsburg, Hönau und Gisikon sprechen noch folgende Acten des Lucernischcn Staatsarchivs:

1) 1425 nach S. Februar. Copia der dritten Vrteil, die noch vf dem gemeinen stat.

Der Stöße und Spenne wegen zwischen Lucern und Zug, worüber beide Theile, nachdem ihre Zugesetzten zer-fallen, auf Jacob Glcnter, Burgermeister von Zürich, als gemeinen Obmann gekommen waren, hatte der letztere dieParteien nach Zürich bcschicden auf einenEnd und Ustag", um ihre Kundschaften vorzubringen. Die von Lncernerschienen, die von Zug entschuldigten sich. Da gaben die Zugesetzten von Lucern, Heinrich von Moos und PeterGoldschmid, Urthcil, da der Tag nach einstimmiger Festsetzung der Schiedlcute ein End und Austag sei und die Zugernicht erschienen seien, so sollen die Lucerner ihre Sache bezogen und behalten haben, die von Zugzüchent denn Michnot vs, die si billich schirme nach dem alz sich dann der gemein vnd schidlttt des crkenncnt." (Durch Mäuse zerfres-senes Papier. Staatsarchiv Lucern, Fascikcl 30.)

2) 1425, an des hl. Crüzes Tag zu Herbst (14. September). Jacob Glenter, Bürgermeister zu Zürich,schreibt an Lncern, er könne den verlangten Brief, wie er als Obmann den Streit zwischen Luccrn und Zug ent-schieden, zur Zeit nicht geben, indem die von Zug ihn um einen fernem Tag gebeten hätten. Er spricht den Wunschaus, die Parteien möchten sich in Freundschaft vergleichen und dadurch ihn des Spruchs überheben.

3) 1426. Jacob Gleiiter, Bürgermeister von Zürich, setzt auf Ansuchen Lucerns über dm Streit zwischenLucern und Zug Tag an auf den nächsten Dienstag vor Oouli (26. Februar) nach Zürich. (Missiv.)

4) 1426, an vnsercs Herrn Vffart (9. Mai). Schultheiß, Rath und Bürger zu Lncern, Amman», Rath undBurger und außer Amt Zug vereinen ihre Spänne über die Märchen der hohen und kleinen Gerichte, Twing undBann und andere Rechtsamc, setzen ein beschriebenes March fest, welches sowohl die hohen als auch die kleinen Gerichtebeider Orte scheiden soll mit allen Rechten, die zu jedem gehören, es seien Steuern, Bräuche, Reisekosten, Harnischoder andere Lasten zu legen, Futter, Hühner zu nehmen w., nur ausgenommenvusers ietweders Teils Burgere,das die by Jr Burgrccht für dishin als bishar belibeu sollcnt, ob sp wcllcnt, ouch vngefarlich." (Silbernes Buchxas- 87.)

Vt

Lucern. R4TS, R März.

Staatsarchiv Lncern: Rathsbuch IV. 78 b.

Lucern, Uri und Unterwalden senden den Ulrich Walker ihres Krieges gegen Mailand wegen anden Römischen König.

Creditiv Ulrich Walkers, Schultheißen zu Lucern, an den Römischen König ck. ck. 1. März 1425, im Namender Orte Luccrn, Uri und Unterwalden. Der Schultheiß wird zum König geschickt,cigenlich vnderwiset von ernst-hafftigcr fachen wegen."

Im Nathsbuch a. a. O. steht folgende Notiz:Vff den dritten Tag des Monatz Merzen ist Vlrich Walkervon vnser Statt zum Küng geritten, dem haben wir c Ninsch Guldin in scgkel gen. Vnd hant die von Vre, nämlichBeroldinger vnd Hcnsli in der Gassen, von Vndcrwalden Jörg von Zubcn und Arnolt am Stein, versprochen, wzdie botschaft kostet, dz sond wir vnd si glich mit enandcrn bezalen vnd glichen kosten han."