113Also ein Beweiß, daß die Aussage eines bis-her noch nie anders, denn als rechtschaffen bekanntenMannes, (ich fordre das ganze Publicum hierüberzum Zeugen auf) einem gewissen andern, vielleichtdurch Betrübniß, vielleicht durch Intrigue verstimm-ten, nicht ganz aufrichtig scheine!Was diesen Brief nun selbst betrifft, so bin ichzwar weit entfernt, seine Aechtheit an sich in Zwei-sel zu setzen. Dem Herrn Odendahl ist er von sei-nem Freunde, dem Herrn Obersten von Ha-rold mitgetheilt worden; folglich von einem Mannevon Ehre, seiner Geburt und seinem Stande nachvon einem Manne, dem man zutrauen darf und muß,daß er den Unterschied zwischen einer poetischen Fic-tion, wodurch man einem alten Barden ein BändchenGedichte neuerer Composition auf Rechnung setzet *),und zwischen einer ähnlichen Fiction in bürgerlichenVerhältnissen, nicht allein einsieht, sondern auch füh-let. Ueber die Aechtheit dieses Briefes im Ganzenalso keinen Zweifel! Aber ich gestehe, daß dieserBrief mir äusserst seltsam geschrieben scheint — nichtblos in Absicht der Sprache; die auffallenden Fehlerhierin würde ich nicht achten; — — sondernhaupt-*) S. Göttinger Anzeigen 1787. S. 1248.
Druckschrift
Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten