Druckschrift 
Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

103Seltsam! das Brechmittel ist vom 12. Sep-tember. Ich wurde an diesem Tage zu dem kran-ken Gemahl gerufen; für ihn paßte das Mittel;ich gab es ihm aber nicht, sondern seiner nichtkranken Gemahlin, aus deren Munde wenigstensnie gegen mich eine Klage über Unpäßlichkeit gekom-men ist. Die Sache ist etwas unwahrscheinlich: aberder Vetter des Verstorbenen betheuert es *), undmein Recept ist ja unterzeichnet:Mfr. Maxwell.Mfr. statt Msr.! Wie doch alles sich so glücklich fü-get! Die hiesigen Mägde tituliren ihre vornehmen Haus-frauen Mafrau; warum nicht auch ein Arzt eine fremdeDame eben so auf dem Recepte? Daß so etwas einemNiedersachsen nun und in alle Ewigkeit nicht einfallenkann, thut nichts zur Sache. Was wissen eine Men-ge Leser, ja selbst gewisse Schreiber von Niedersach-sen? Natürlich also, daß man dergleichen ohne alleSchen insinuiret.AberG 4) Wenn er es ja betheuert hat, so hat er es doch nie inmeinem Beyseyn betheuert, wie der Leser allenfalls ausder sehr kunstreich erzählten Geschichte des H. Odendahl(S. 14) schließen möchte. Ueberhaupt ist dieser ganzenGeschichte ein solcher Stempel von Unglaubwürdigkeitaufgedrückt, daß ich mir erlaube die Wirklichkeit die-ser Betheurung noch sehr in Zweifel zu ziehen.