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Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
Entstehung
Seite
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67Arzneyen waren übrigens dem Kranken gar nichtbeyzubringen. Auch die Extracte weigerte er sich zunehmen, und stieß alles von sich.Den 1. Jul. fand ich den Kranken sehr matt, undwar in Verlegenheit, was ich ihm reichen sollte. DasCalomel in so starker Gabe, daß es als ein abführen-des Mittel wirkte, durfte ich nicht weiter wagen,weil die Kräfte fehlten. Indessen wollte die Abson-derung der Aphthen auch am heutigen Tage noch nichterfolgen. Ich beschloß also, mit dem Calomel in klei-nen Gaben, und als ein schweißtreibendes, oder viel-leicht den Speichelfluß erregendes Mittel, den Ver-such zu machen; und versetzte dem zufolge zwey Granversüßten Quecksilbers mit sechs Gran Campher undetwas Zucker, wovon ich täglich 3 Pulver nehmen ließ.Den 2. Jul. erfolgte ein Schweiß, der Puls hob sich,die Zunge ward feuchter, und die Aphthen sondertensich ab.Sechs Tage lang gebrauchte der Kranke nichts an-ders als dieses Mittel, wiewohl in der Folge nur 2mal in einem Tage; mit jedem Tage nahm die Besse-rung zu: er fieng an mich wieder zu erkennen, undversprach Alles zu thun, was ich ihm rathen undverordnen würde.DenE 2