35der verschiedentliche Reiz, welchen sie auf die Nervenäußert, ganz verschiedene Erscheinungen hervor zubringen pflegen. Der Arzt muß jedoch zugleich dieFaͤlle kennen, wo dem Gebrauch der Rinde etwas imVege stehet, und vor dem Gebrauch dies wegzu-schaffen suchen. Eine gleiche Bewandniß hat es mitdem Calomel.denn das Calomel in gallichten, fäulichten, bran-digen und häutigen Brännen, die einen faulen Stoffzum Grunde haben, gebraucht werden kann, wennsein Nutzen in diesen Krankheiten in die Augen fällt,und sich vernünftigerWeise nicht bezweifeln läßt;und wenn nun bey aphthösen Faulfiebern eine ähnlichesäulichte Anlage vorhanden ist: warum sollte da derArzt nicht berechtigt seyn, dieses Mittel in der zuletztgenannten Krankheit, eben so gut als in den erstern,zu gebrauchen? Allerdings ist er dies; so bald, wieschon mehrmals erinnert ist, keine Gegenanzeigen denGebrauch abrathen. Die Geschichte der Medizin lie-fert zur Bestätigung der hier von mir aufgestelltenBemerkungen unzaͤhlige Beweise.Wie aber, wird man mir einwenden, wenn dieSchädlichkeit eines Mittels entweder a priori bewie-sen, oder aus vorherigen Erfahrungen schon bekannt2.
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Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
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