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Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
Entstehung
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23Beschuldigung ist weit wichtigerer Art. Sie betriftnichts weniger als die Verkürzung des Lebens einesmeiner Mitmenschen; und macht es mir als Men-schen, und als öffentlichem Arzte, der das Zutrauenseiner Mitbürger sich nicht entziehen lassen darf, dop-pelt zur Pflicht, mich dagegen zu vertheidigen.Zwar könnte ich, anstatt eigener Vertheidigung,den Beweiß, daß eine in 24 Stunden dreymal ge-reichte Gabe von vier Gran Calomel den Tod einesFaulfieber=Kranken zu befördern im Stande sey,meinem Herrn Gegner, der dieses behauptet hat,überlassen; und es verstände sich von selbst, daß ichin diesem Falle mich nicht durch Machtsprüche, zwei-felhafte Erfahrungen, unerwiesene Meynungen vonAuflösung des Bluts, und dergleichen Vorurtheile undHypothesen abfertigen zu lassen brauchte. Nein;mein Herr Gegner hätte mit statthaften Gründen mirdie giftige Eigenſchaft des verſüßten Queckſilbers zubeweisen; er hätte mir darzuthun, wie und auf welcheTheile des menschlichen Körpers es jene giftige Eigen-schaft äußere. Ferner hätte er zu zeigen, von welcherNatur und Beſchaffenheit das durch das verſüßteQuecksilber hervorgebrachte Uebel sey. Und da einesolche Gabe von vier Gran Calomel (eine Gabe, dievon den mehresten Aerzten einem Kinde von drey bisvierB 4