Zunge war schwarz und trocken, die Zähne überzogensich mit schwarzen Krusten, der Patient phantasirte,war sehr unruhig und kaum im Bette zu halten;das Gesicht war dunkelroth, und an den Lippen undam Rande der Zunge fanden sich bräunlichte Aphten.Der Stuhlgang war die Nacht hindurch und denheutigen Tag ohngeachtet der Clystiere ausgeblieben,und die Aphten hatten das ganze velum palatinumund den Rachen überzogen; der Puls war indessenvoll, und das Athmen nicht sehr geschwind, sonderntief.In diesen Umständen versuchte ich ein in den Aph-ten sonst äusserst wirksames Mittel, welches ich seitverschiedenen Jahren in dieser sehr bedenklichen undgefährlichen Erscheinung mit großem Nutzen ange-wandt habe: nemlich das Calomel.Der Nutzen des Calomels in den Pocken, imScharlachfieber, in den Masern und andern exan-thematischen Krankheiten ist bekannt; eben so bekanntist, daß dieses Mittel mit nicht geringerem Nutzenvon den Englischen Aerzten sowohl, als auch von denberühmtesten deutschen in den Aphten gebraucht wird.Mich hat es der berühmte Hoffmann zu Maynz indieser Krankheit anwenden gelehrt; und eigenes Nach-denken
Druckschrift
Geschichte einer merkwürdigen Krankheit und Rechtfertigung der dabey gebrauchten Mittel : samt e. Beylage über die von dem Med.-Dir. Odendahl darüber hrsg. Schrift
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten