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Ein Blick hinüber übers Grab
Entstehung
Seite
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gründlichste durchsucht und durchschüttelt, manche Schwach-heit, manchen Irrtum, manche Selbsttäuschung und Welt-täuschung ausfegt und so zur Vollendung der Heiligungdient. Das Sterben hat eine reinigende Feuerkraft,es ist ein gewaltiger, durch Mark und Bein gehenderLäuterungsprozeß. Was aber etwa eine Seele auch ausdiesem Reinigungskampf des Todes noch hinüber bringtvom Erdengeschmack des Diesseits, das schwindet vollendsdahin unter dem Einfluß der ungetrübten, lichten Gegen-wart Gottes, in welche diese Seele eingehen darf, und dieeinem reinigenden Bade gleich kommt, dessen Kraft bis indie innersten Tiefen der Seele dringt. Der Tod hat ebenzwei Seiten, eine sichtbare und eine unsichtbare, das Scheidenaus der Welt und das Anlangen drüben, und diese beidenSeiten mit einander sind die wahre Läuterung, das Fege-feuer im evangelischen Sinn. Und nun geht es auch hier,unter dem lichten Einfluß der Sommersonne ungetrübterGemeinschaft mit dem Herrn, von Stufe zu Stufe demErntetag entgegen, da jeder mit allen und alle mit jedemals Vollendete zur Rechten des Menschensohnes gestelltwerden, und, ausgestattet mit einer echten, wahren, geistigenLeiblichkeit, ins vollendete Reich des Vaters eingehen dürfen.Mit diesem Blick in die Fernen der künftigen Vollendung,hinauf zu den Perlenthoren der ewigen Gottesstadt wollenwir unsernBlick übers Grab abschließen. Ich denke mirwohl, manche ungelöste Frage schwebt dem und jenem nochauf der Zunge, manche Frage ist durch unsern Blick übersGrab vielleicht erst recht angeregt worden. Aber wennirgendwo unser Wissen und Weissagen Stückwerk ist, soist's hier der Fall; es ist nur ein Blick, den wir thunkönnen, wie Mose ihn that von den Höhen des Nebo insLand der Verheißung mit seinen lichten Höhen und gesegnetenGefilden, aber auch mit seinem Salzsee, dem See des Fluchsund des göttlichen Gerichts. Aber doch hat der Blick wohlgenügt, um uns den großen Ernst unsrer Erdentage als