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Ein Blick hinüber übers Grab
Entstehung
Seite
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seinen Sohn entwickelt und steigert sich unter dem fort-während ungestillten Hunger und Durst nach der Sinnen-welt, unter dem fortwährenden Nein, das die unsichtbareWelt all dem ungestümen, leidenschaftlichen Begehren derSeele unerbittlich entgegensetzt, unter dem unausgesetzten,für die Seele unausstehlichen und doch unabwendbarenDruck der lichten, grellen Gottesgegenwart, zu jenem sa-tanischen, verzweifelten Gotteshaß, wie er sich in einzelnen,gottlob seltenen Exempeln auch auf Erden schon findet, zujenem Gotteshaß, für den es bei der letzten Scheidung undEntscheidung bloß noch den einen angemessenen Spruch giebt:Hinaus in die äußerste Finsternis, d. h. in die vollendeteGottesferne und Gottverlassenheit.Eine entgegengesetzte Entwicklung machen die nach ihremAbscheiden aus der Welt mit Gott und Christo seligvereinigten Geister durch. Schon die Frage hat vonjeher denkende Christen beschäftigt: Wo und wann findetbei denen, welche im Tod zu ihrem Herrn gehen, dasletzte Abstreifen der Sünde statt? Als vollkom-mener Heiliger stirbt ja keiner; gerade solche Christen,welche wir am ehesten als ganze Heilige betrachten möchten,protestieren am kräftigsten dagegen. Wo tritt nun die letzteLäuterung ein? Die römisch=katholische Kirche beantwortetdiese Frage mit ihrer Lehre vom Fegefeuer. Aber dieseLehre ist fürs erste schriftwidrig, fürs andre setzt sie dieKraft der Versöhnung durch Jesum Christum herab, alsreichte diese für sich allein nicht aus, den Menschen selig zumachen, sondern bedürfte hiezu noch eigener menschlicherAbbüßungen; fürs dritte haben sich ganz im Zusammen-hang damit allerlei Mißbräuche, Ablaß, Seelenmessen undanderes an die Lehre vom Fegfeuer angehängt. Aber wassetzen wir an die Stelle, wenn doch nicht gleich mit demTod die ganze Vollendung eintritt?Zuvörderst ist hier zu bedenken: Schon das Sterbenselbst ist eine Art Fegfeuer, das den Menschen aufs