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Ein Blick hinüber übers Grab
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24der Saatzeit für ein jenseitiges Leben vor die Seele zustellen. Für die vorchristliche Anschauung war das Erden-leben das einzig wahre und wirkliche Leben, das Lebennach dem Tod bloß ein schwacher, schattenhafter Nachklangdes Erdenlebens mit seinen lichten Farben und hellen Tönen.Für die christliche Anschauung dagegen ist das einstigeLeben das einzig wahre, volle und wirkliche Leben, dasErdenleben bloß ein Vorklang, eine Vorschlagsilbe vor demhohen Lied der Ewigkeit, eine Vorhalle zum Hauptsaal,so aber, daß der Gang durch die Vorhalle entscheidenddafür ist, ob man im Hauptsaal zur Rechten oder zurLinken zu gehen, ob man in die Höhe zu steigen oder indie Tiefe zu fahren hat.Auf dem schönen Gottesacker einer württembergischenNeckarstadt tritt dem Besucher unter andern Grabdenkmalenein besonders sinniges entgegen: aus Stein gehauen dieGestalt eines müden Pilgers, der ans Kreuz gelehnt dasHaupt erhebt und gen Osten schaut. Nun, der Pilger,der, müde wie er ist, ans Kreuz sich lehnt und aus demKreuz immer neue Kraft schöpft, das Angesicht zu erhebenund nach Osten zu schauen, nach der ewigen Heimat, diePilger sei unser Wahrzeichen. Der Blick nach dem ewigOsten, ins Land des Lichts und Lebens, das ist der regBlick übers Grab.