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Ein Blick hinüber übers Grab
Entstehung
Seite
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18nicht gesagt sein, daß die, welche drüben beim Herrn sind,einander gleichgültig seien. Wo bliebe sonst die Liebe, dienimmer aufhört? Aber das ist gewiß: Wie hier aufErden nur diejenigen Ehegatten, Geschwister, Freundeeinander recht haben, die sich gegenseitig in Gott, inChristo haben, so wird und muß auch drüben allesWiedersehen, alle Gemeinschaft, welcher sich die Entschlafenenunter einander freuen, gegründet sein und immer wiederausmünden in die Gemeinschaft mit Gott inChristo.Damit erledigt sich auch die andre Frage, die manchenbeschäftigt: ob die Ihrigen drüben auch noch ansie denken und mit dem Ergehen der hier unten Zurück-bleibenden auf dem Laufenden bleiben? Nun, daß die Ge-nossen der Ewigkeit noch immer an die Ihrigen denken,geht aus dem bisherigen als selbstverständlich hervor. DieErinnerung löscht ja mit dem Tod nicht aus, sonderngeht mit hinüber in die andre Welt, und dies gilt auchvon der Erinnerung an die Personen, welche uns aufErden näher getreten sind und Einfluß auf unsre äußereoder innere Lebensgestaltung gewonnen haben. Ja, nichtbloß Erinnerung an die auf Erden bleibenden Per-sonen haben wir bei den Gestorbenen anzunehmen, sondernauch Teilnahme für sie. Wir haben ja gesehen: dieLiebe zu den Dingen, an denen auf Erden unser Herzhing, im guten oder schlimmen Sinn, geht mit übers Grabhinüber, und deshalb fahren auch die Personen, welchewir hier lieb gehabt haben, drüben fort, unser Interessezu beschäftigen. Nur äußert sich dies je nach dem Geschickdrüben in verschiedener Weise: bei den einen als ruheloseAngst um die Ihrigen, wie wir es im Exempel des reichenMannes und seiner Unruhe um seine Brüder sehen, beiden anderen als friedevolles Ruhen in Gottes Rat undin der Gewißheit, daß Er ganz gewiß alles recht machenwird. Er hat's ja mit ihnen selbst so wohl, so herrlich