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Ein Blick hinüber übers Grab
Entstehung
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14der besondern Merkmale, die das Leben nach dem Todunterscheiden vom Erdenleben: der Wegfall von Leibeslebenund Sinnenwelt, die ungetrübte Gottesnähe, die klare volleSelbsterkenntnis, alles das begründet, weil der Menschbeim Erwachen drüben in seinem Grundwesen derselbe istwie auf Erden, einen scharfen Gegensatz von Seligkeit undUnseligkeit, namenloser Befriedigung und namenlosem Elend.Das ist der gewaltige Ernst, der Ernst der Ewigkeit, mitwelchem die jenseitige Welt zu uns redet, jeden Einzelnen aufsKorn nimmt und in sein Gewissen hinein die Frage ruft:Wie stehst du? Was ist deine innere Grundrichtung?Gott suchend und Gott liebend oder gottflüchtig undgottfeindlich? Christo zugewendet oder von Christo ab-gewendet?Aber noch bleiben etliche Fragen für uns zu beant-worten, die sich unwillkürlich aufdrängen, wenn wir einmalan der Hand der Schrift einen Blick übers Grab hinüberthun. Zuvörderst die Frage: Wie ist's mit dem, was manWiedersehen nach dem Tod zu nennen pflegt?Kennen die Leute drüben einander noch? Ein solchesgegenseitiges Erkennen, noch vor der Auferstehung derToten, die jedem seinen Leib wiedergiebt, scheint ja immer-hin seine besonderen Schwierigkeiten zu haben, weil zumErkennen doch eine gewisse leibliche Gestalt gehört, und dieAbgeschiedenen drüben zunächst nur abgeschiedene Seelen,Geister sind, deren alter Leib im Grab zerfällt, undderen Auferstehungsleib noch nicht vorhanden ist. ZumGlück giebt uns die heilige Schrift auch in dieser Hinsichtdie klarsten und bündigsten Andeutungen. Samuel erscheintin Endor dem Saul, und alsbald erkennt er den ver-storbenen Propheten; der reiche Mann, sobald er in derQual die Augen aufhebt, erkennt nicht nur den Lazarusin Abrahams Schoße, sondern auch den Abraham selbstund redet ihn alsbald mit seinem Namen an. Woherkannte der reiche Mann alsbald den Abraham, den er doch