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Ein Blick hinüber übers Grab
Entstehung
Seite
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Aber wie wird dieselbe Gegenwart Gottes auf eine Seelewirken, welche sich auf Erden gewöhnt hat, den Gedankenan Gott als einen widerwärtigen zu fliehen und zumeiden, sich mit allem, nur nicht mit ihm zu beschäftigen,und die somit als gottflüchtige, gottfeindliche Seele auch ausdiesem Leben geschieden ist? Jetzt kommt der Tod und reißtihr den Schild weg, hinter dem sie sich barg vor ihremGott, jetzt kommt der scharfe Wind der Ewigkeit und reißtdie Bäume nieder, hinter denen sie sich mit ihrer Blößeversteckte, jetzt kann sie nicht mehr ausweichen, jetzt muß sieder blendenden Gegenwart Gottes still halten; wie muß ihrda zu Mute werden! Wird nicht die Gegenwart Gotteszentnerschwer auf sie drücken? Wird nicht das Licht Gotteszum brennenden Feuer für sie werden? Muß es nicht etwasSchreckliches sein, vor Gott immer fliehen und doch ihnimmer um sich haben, und von seinem Feuerglanz fort-während durchleuchtet werden? Die furchtbarsten Qualendes Gewissens auf Erden sind gering im Vergleich mitdieser unaufhörlichen Höllenangst vor dem stets geflohenenund doch stets gegenwärtigen Gott.Neben dem Schwinden der Sinnenwelt und neben derungebrochenen Gottesgegenwart haben wir aber weiter nochdie volle wahre Selbsterkenntnis als einen Unterschiedder jenseitigen von der diesseitigen Welt erkannt. Auchnach dieser Seite hin gestaltet sich die Lage der von derErde abgeschiedenen Seelen verschieden. Denn wo diesevolle und klare Selbsterkenntnis ist, da ist auch ein klarerÜberblick über den Wert oder Unwert unsresErdenlebens. Sterbende haben schon versichert, wie ihrganzes Leben, in ein zusammenfassendes Bild zusammen-gedrängt, vor ihrem Geistesauge stehe, mit einer Klarheitund Vollständigkeit, daß selbst Dinge, an welche sie längstnicht mehr gedacht hatten, ihnen plötzlich wieder ganz leb-haft vor die Seele treten. Was nun jezuweilen im Augen-blick des Todes, der Loslösung der Seele vom Körper, in