Gott verstecken, wie Adam unter den Bäumen des Gartens,um der Gegenwart Gottes zu entgehen und des wider-wärtigen Gedankens an ihn sich zu entschlagen. Die Sicht-barkeit bietet ihm genug, was er zwischen sich und Gottstellen kann als Schild, und mit dem er sich beschäftigenkann, um nicht mit Gott umgehen zu müssen. Aber drüben— da ist jeder Schleier weggezogen, da fällt jede Hülle, daist die göttliche Gegenwart durch nichts mehr abgeschwächt.Ungebrochen und unmittelbar trifft Gottes Glanz und Lichtauf die der Sinnenwelt entrückte Menschenseele, einerlei,ob dieser Glanz sie mit seliger Wonne oder mit grausemEntsetzen erfüllt. Da giebt's kein Ausweichen mehr, keinEntfliehen. Da mag man wohl nach Bergen und Hügelnrufen, daß sie über einen fallen und einen decken, aber essind keine da. Da steht Gott und da stehst du — undist nichts mehr zwischen euch.Und es kann nicht anders sein, als daß du in dieserungebrochenen Gottesgegenwart auch dich selbst ganz andersdurchschaust und klarer erkennst als auf Erden. Wie vieleslegt sich auf Erden einer vollen Selbsterkenntnis und Selbst-durchschauung in den Weg! Wie schwer wird es uns, zumeigentlichen Kern unsrer Persönlichkeit durchzudringen, zudem, was wir in Wahrheit und Wirklichkeit sind! Es sindso viele Hüllen und Hülsen und Schalen, welche sich daum unser eigentliches Ich herlegen: Kleider, Leibesgestalt,Besitz, Titel, Rang, Stellung, Name, Beruf, — bis einerauf Erden das alles im Geist abstreift und von dem, wieer aussieht und was er hat, gilt, thut, schafft, durchdringtzu dem was er ist — wie schwer hält das! Aber beimErwachen drüben, da ist alles ganz anders. Leibesgestalt,Gewand, Vermögen, Ansehen, Amt, Titel, Rang, Geschäft,alles das schwindet dahin, eine Hülle und Decke nach derandern fällt ab, und nichts bleibt übrig als das, was derMensch in Wahrheit in seinem Innersten ist. Dasind wir alle wie wir sind; der Sturm des Todes
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